 Zu Besuch
beim Vater des neuen
Porsche
Panamera
Vier Türen, vier Sitze – auf den ersten Blick ganz neu und doch
ein Porsche. Mit dem Porsche Panamera gelang Chef- Designer
Michael Mauer ein völlig neues und eigenständiges Fahrzeugmodell,
das sich doch formal als typischer Porsche positioniert. Wir
besuchten Michael Mauer im „Allerheiligsten“ der
Sportwagenschmiede, im Entwicklungs-zentrum Weissach. Hier
erfuhren wir aus erster Quelle, wie die Entwicklung eines der
spektakulärsten neuen Sportwagen seinen Lauf nahm.
TEXT: BERND TEICHGRÄBER
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FOTOS: KLAUS LORKE, PORSCHE
AG
Porsches Design-Chef Michael Mauer hat schon sehr
abwechslungsreiche Stationen absolviert. Der SLK Roadster von
Mercedes trägt genauso seine Handschrift wie der Smart oder die
markanten Modelle der Marke Saab. Aber nun scheint Michael Mauer
genau dort angekommen zu sein, wo er in seinen Träumen immer schon
einmal sein wollte: Im Porsche-Design-Zentrum in Weissach
entwickelte er die erste viertürige Limousine des schwäbischen
Sportwagenherstellers. „Die Marke Porsche zu gestalten und in die
Zukunft zu tragen“, für Michael Mauer zweifellos ein „Traumjob“.
Zumal schon bald nach seinem Wechsel zu Porsche feststand, dass er
federführend die Entwicklung des Panamera vorantreiben würde.

Seit der Einführung des Cayenne im Winter 2002 war die Entwicklung
des Panamera sicherlich die umfangreichste Design-
Herausforderung bei Porsche, vielleicht sogar im gesamten
Sportwagensegment und „das im Kräftefeld zwischen Marketing,
Konzernphilosophie und Markenidentität“, erklärt Michael Mauer.
Entstanden ist ein sportlicher Viertürer, dessen Formsprache im
Wettbewerb ein neues Segment besetzt. „Die Synthese aus typischen
Sportwagen-Genen, die einer Coupéform entspringt, und einer
eigenständigen Interpretation der klassischen Limousinenform sowie
den Vorzügen eines variablen Raumkonzeptes gibt dem Panamera sein
unverwechselbares Erscheinungsbild.“
Längst verstehen sich Chef-Designer wie Michael Mauer als Manager,
die für den Überbau verantwortlich sind, für das „Managen“ der
Design-Abteilung, die dann die Ergebnisse den höheren Ebenen
vermittelt. Wobei nach wie vor die Kreativität des einzelnen
Designers gefragt ist und die Arbeit in der Design-Abteilung am
Computer per Hand mit elektronischem Stift erfolgt. „Über das
technische Layout werden das Fahrzeug und die Maße definiert“,
erklärt Michael Mauer, „in diesem Fall ein Sportwagen für vier
Personen, die bequem durch vier Türen zusteigen können“. Die
Außenhaut legt den Platz für das Interieur-Design fest, welches
beim Panamera zweifellos eine größere Rolle als bei allen anderen
Modellen der Stuttgarter spielt. „Wir mussten Luxus und Komfort
schaffen und dabei immer den Fahrer im Blickpunkt behalten“, so
der Chef-Designer.
Wer hinten Platz nimmt, kommt in den Genuss von wohltuender Kopf-
und Beinfreiheit. Der Innenraum schafft optimale ergonomische
Voraussetzungen für den Fahrer und betont zugleich die persönliche
Sphäre jedes einzelnen Passagiers auf den maßgeschneiderten
Einzelsitzen. Die Rücklehnen der Fondsitze sind umklappbar und
ermöglichen so eine Gepäckraumerweiterung, die dem Charakter einer
Reise-Limousine entspricht.
Porsche hat zudem seinem Panamera zahlreiche Möglichkeiten der
Innenraumgestaltung spendiert. Ausstattungen in Glatt- und
Naturleder in insgesamt 13 Farb- und Materialkombinationen
inklusive vier Bi-Color-Ausstattungen können mit sieben optionalen
Interieur-Dekoren kombiniert werden, darunter exklusive
Materialien wie Carbon sowie das offenporige Holz „Olive Natur“.
„Die Innenraumgestaltung ist heutzutage eminent wichtig“, betont
Michael Mauer. „Vor wenigen Jahren spielte das Außendesign bei der
Kaufentscheidung eine entscheidende Rolle. Wenn heute einem Kunden
der Innenraum nicht gefällt, geht er wieder.“
Kein Zweifel – das Interieur des Panamera harmoniert perfekt mit
dem auffälligen Exterieur. Dank eines neuen Raumkonzeptes und der
sportlichen Architektur im Innenraum lässt sich ein spezielles
„Pilotengefühl“ auf allen vier Sitzplätzen erleben. Sehr schön
auch die Anwählbarkeit sämtlicher Funktionen über Knopfdruck. Als
neues Design-Element mit ganz eigenständigem Charakter zeigt sich
die ansteigende Mittelkonsole, die die Herkunft des Panamera aus
der Sportwagenschmiede visualisiert und „dem Fahrer das Gefühl
vermittelt, im Auto zu sitzen und Teil des ganzen Systems zu
sein“, erklärt Michael Mauer.
Der Panamera kommt zunächst ausschließlich in V8-Motorisierung mit
Heck- und Allradantrieb auf den Markt: Bereits das Einstiegsmodell
Panamera S wird von einem 4,8-Liter-V8 mit 400 PS (294 kW)
Leistung angetrieben. Die Kraftübertragung erfolgt optional über
ein Sieben-Gang-Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) zu den
Hinterrädern.
Das Spitzenmodell Panamera Turbo verfügt über einen
4,8-Liter-V8-Biturbo mit 500 PS (368 kW). Der Allradler sprintet
von 0 auf 100 km/h in 4,2 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit
erreicht der Turbo bei 303 km/h. Seine Weltpremiere feiert der
Panamera im Rahmen der Auto Shanghai 2009 in China.
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