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HEFT 19 | FRÜHJAHR 2009   

 

 

 
Golfsensation auf Son Gual
PGA Tour kehrt zurück nach Mallorca

Was für ein Coup: Golf Son Gual an der Straße von Palma de Mallorca nach Manacor hat sich in kürzester Zeit den Ruf als einer der schönsten privaten Meisterschaftsplätze Europas erworben. Jetzt ist es den Besitzern sogar gelungen, die PGA Tour zurück nach Mallorca zu holen.
 

TEXT: GÜNTER NED | FOTOS: GOLF SON GUAL

Es war ein Augenblick, den keiner, der dabei war, im Leben vergessen wird. 1985, Belfry. Plötzlich dreht sich das Turnier, und jetzt gewinnen sie: Berhard Langer, Ian Woosnam, Nick Faldo, Sandy Lyle, Jose-Maria Canizares – und dann schafft Sam Torrance mit einem Fünfeinhalb-Meter-Birdie-Putt die Sensation: Nach dreißigjähriger Dominanz der Amerikaner hat Europa zum ersten Mal den Ryder Cup gewonnen. Die Spieler von damals sind längst Legende, und es sind ihre Namen, die heute die PGA Seniors Tour Jahr für Jahr zu einem der spannendsten Events der Golfsaison machen. Im kommenden Jahr werden die Legenden auf Mallorca erwartet. Ihre Bühne: Golf Son Gual nahe Palma. Junior Chef Andreas Pamer ist damit gelungen, die PGA Tour wieder zurück auf die Insel zu holen. Was das bedeutet ist ihm bewusst: „Es ist eine Sensation für Son Gual, dass wir das PGA-Turnier zu uns geholt haben, dass die Verträge dafür kein Jahr, nachdem wir Son Gual eröffnet haben, unter Dach und Fach sind. Großartig auch, dass für die Organistion des Events Bernhard Langers Bruder verantwortlich ist. Erwin Langer hat enormes Renommee in Europa und ist ein Garant dafür, dass das Turnier ein großer Erfolg werden wird.“

Die Rückkehr der PGA Tour nach dem Ausfall der Mallorca Classics in 2008 bedeutet, dass der Sportkalender der Insel wieder mit einem hochdotierten, international besetzten Golf-Highlight glänzt. Das ist einer Golfdestination zu danken, die seit der Eröffnung am 17. Oktober 2007 ihre eigene, frappierende Erfolgsgeschichte schreibt. Von Beginn an herrschte Begeisterung darüber, was der Platz – abgesehen von seiner traumhaften Landschaft – rein golferisch bietet: für den Professional Herausforderungen, die sein ganzes Können provozieren, für den Amateur Befriedigungen, wenn er überlegt und sicher spielt. Kein Wunder, dass die 18 Loch von Son Gual nach so kurzer Zeit schon als europäische Top-Destination gehandelt werden. Was herausragt, wächst oft aus Unzufriedenheit. Wer in unserem Fall ungenügsam war – der deutsche Industrielle Adam Pamer, 63, Initiator, Investor und Eigentümer von Golf Son Gual –, kam schon lang als Feriengast auf die Insel, mit Sohn, Tochter, Gattin, passionierte Golfer allesamt. Von ihrer mallorquinischen Zweitresidenz aus zogen sie auf die Plätze der Insel, erwarben Mitgliedschaften, spielten – und blieben letztlich missvergnügt. Sohn und Juniorchef Andreas Pamer: „Natürlich gibt es gute Plätze auf Mallorca, und selbstverständlich auch Clubs, die die Zeichen der Zeit sehen, nicht schon damit zufrieden sind, dass genug Gäste kommen, sondern sich laufend verbessern. Aber da sind auch andere, und für uns hat eigentlich immer irgendwo etwas nicht gepasst. Wenn man in der Hauptzeit sechs Stunden auf dem Golfplatz steht, vor einem immer drei Flights; wenn man zu Weihnachten oder Ostern als Mitglied keine Startzeiten bekommt, und man zahlt dabei viel Geld, dann stimmt das eine oder andere nicht.“ Nun kann man in solchem Fall Nörgler werden und alles lassen, wie es ist. War nicht Sache von Adam Pamer. Der Handicap-Elf-Spieler (seine Tochter Sabine, Präsidentin des Golfclubs Son Gual, hat Hcp 3) ließ seiner Leidenschaft, seinen Visionen freien Lauf und baute sich selbst den Platz, von dem er und seine Familie träumten – aus
einer Philosophie heraus, die sein Sohn so lakonisch wie klar beschreibt: „Wir haben nur einen Golfplatz. Wir haben keine Villen, die wir verkaufen, keine Hotels, die wir füllen wollen, bei uns geht’s wirklich nur um Golf, und wenn man sich zehn Jahre befasst mit so einem Projekt, dann muss was dabei rauskommen.“


Momente auf dem vielleicht schönsten privaten Golf Course Europas.

Was am Ende dabei herauskam und seit Beginn die internationale Fachpresse jubeln lässt, das baute Adam Pamer natürlich nicht wirklich selbst. Das kam vom Himmel. Er hatte die Ausschreibung gewonnen: Thomas Himmel, 43, dreifacher deutscher Amateurmeister und als Golfarchitekt ein No-Name, schon gar auf einer Insel, die Jack-Nicklausund Trent-Jones-Plätze aufweisen kann. „Sicher hätten wir auch einen großen Namen haben können“, lächelt Andreas Pamer, „und die waren auch unter den eingereichten Entwürfen. Aber wir haben sie mit verdeckten Namen studiert, und als die Entscheidung über den besten fiel, war er von Himmel.“ Hatte sich der Gewinner nach Vorgaben zu richten? „Mein Vater wollte einen See, eine Insel mit Palmen, dazu Olivenbäume, das waren so die Wünsche. Aber sonst sind das
alles Himmels Gedanken und Ideen. Wir haben sie einfach in die Tat umgesetzt. Wir haben genügend Budget gegeben, oder eigentlich gar keins. Wir haben nur gesagt: Wir wollen den besten Golfplatz, und in Grün, und dann hat er sich ausgetobt.“

Es muss wirklich was los gewesen sein auf Son Gual, bis sich der Platz bei seiner Eröffnung wie von Zauberhand geschaffen in die Ebene ergoss. 1,4 Millionen Kubikmeter Erde wurden bewegt, 70.000 Tonnen Sand. Grüns mit einer Durchschnittsgröße von 800 Quadratmetern wurden modelliert, Abschläge mit einem Durchschnitt von 900 Quadratmetern und mit sechs Tees für jeden. Himmel inszenierte 66 Bunkersituationen mit einer Gesamtfläche von 3,5 Hektar (der Kurs, 6621 m lang von Schwarz, misst ca. 70 Hektar, das ganze Anwesen Son Gual 156 Hektar). Er schuf 28 Wasserhindernisse (Insel mit Palmen inklusive), darunter Seen, die auch als Bewässerungsreservoir für die 1750 Sprinkler dienen, und er lässt einen 1,6 Kilometer langen Bach durch die Fairways laufen. Himmel pflanzte an die 800 Olivenbäume, teils 1000 Jahre alt. Er tupfte acht Weingärten mit 3500 frisch gesetzten Rebstöcken ins Bild (Son-Gual-Fans freuen sich schon auf den ersten Jahrgang). 35 Greenkeeper halten die himmlische Schöpfung fit, elegant und großzügig wie alles das Clubhaus am 9. und 18. Loch – man munkelt von 30 bis 38 Millionen Euro Kosten für alles, Andreas Pamer dementiert nicht. Signifikant, wenn man die Fachpresse liest, aber auch, wenn man den Platz selbst spielt: Es gibt eigentlich kein Signature Hole, jedes Loch hat seine ganz individuelle Faszination. Wie geht es da der Familie? „Ähnlich. Mein Vater mag drei, vier Löcher ganz speziell, aber welches sein Favorit ist, hängt immer davon ab, wie er grad’ auf dem Loch gespielt hat. Ich würde sagen, das 18. Loch ist schon etwas Besonderes, ein Paar 5 mit Wasser, Bunker, Wasserfall und grandiosem Blick, aber es gibt noch viele andere schöne Löcher.“ Und neue Pläne, unter anderem für weitere 9 Löcher, dazu vielleicht ein Sternerestaurant – lassen wir uns überraschen. Freuen wir uns auf die PGA Seniors Tour auf Son Gual vom 8. bis 10. Mai 2009.

 

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Golfsensation auf Son Gual

„Es ist eine Sensation für Son Gual, dass wir das PGA-Turnier zu uns geholt haben, dass die Verträge dafür kein Jahr, nach-dem wir Son Gual eröffnet haben, unter Dach und Fach sind.“ Andreas Pamer

Elegant und großzügig wie alles das Clubhaus am 9. und 18. Loch.

Das Clubhaus

... luxuriöses Refugium, grandioser Aussichtsort.

Highlight im Clubhaus: feine Küche

Thomas Himmel

 ... dreifacher deutscher Amateurmeister und als Golfarchitekt ein No-Name.

Schuf 28 Wasserhindernisse (Insel mit Palmen inklusive), darunter Seen, die auch als Bewässerungsreservoir für die 1750 Sprinkler dienen, und er lässt einen 1,6 Kilometer langen Bach durch die Fairways laufen. Himmel pflanzte an die 800 Olivenbäume, teils 1000 Jahre alt. Er tupfte acht Weingärten mit 3500 frisch gesetzten Rebstöcken ins Bild (Son-Gual-Fans freuen sich schon auf den ersten Jahrgang).

Seniors Tour auf Son Gual
vom 8. bis 10. Mai 2009

 

Eigentümer: Adam Pamer
Finca Son Gual
Ma 15, Palma–Manacor, Km 11,5
E-07199 Palma de Mallorca

Telefon: 00 34 / 9 71 / 78 58 88
(9.00 – 18.00 Uhr)
Telefax: 00 34 / 9 71 / 78 58 99

E-Mail: info@son-gual.com
Internet: www.son-gual.com

Greenfee: 135 bis 150 Euro

 

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