 Golfsensation
auf Son Gual
PGA Tour
kehrt zurück nach Mallorca
Was für ein Coup: Golf Son Gual an der Straße von Palma de
Mallorca nach Manacor hat sich in kürzester Zeit den Ruf als einer
der schönsten privaten Meisterschaftsplätze Europas erworben.
Jetzt ist es den Besitzern sogar gelungen, die PGA Tour zurück
nach Mallorca zu holen.
TEXT: GÜNTER NED
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FOTOS: GOLF SON GUAL
Es war ein Augenblick, den keiner, der dabei war, im Leben
vergessen wird. 1985, Belfry. Plötzlich dreht sich das Turnier,
und jetzt gewinnen sie: Berhard Langer, Ian Woosnam, Nick Faldo,
Sandy Lyle, Jose-Maria Canizares – und dann schafft Sam Torrance
mit einem Fünfeinhalb-Meter-Birdie-Putt die Sensation: Nach
dreißigjähriger Dominanz der Amerikaner hat Europa zum ersten Mal
den Ryder Cup gewonnen. Die Spieler von damals sind längst
Legende, und es sind ihre Namen, die heute die PGA Seniors Tour
Jahr für Jahr zu einem der spannendsten Events der Golfsaison
machen. Im kommenden Jahr werden die Legenden auf Mallorca
erwartet. Ihre Bühne: Golf Son Gual nahe Palma. Junior Chef
Andreas Pamer ist damit gelungen, die PGA Tour wieder zurück auf
die Insel zu holen. Was das bedeutet ist ihm bewusst: „Es ist eine
Sensation für Son Gual, dass wir das PGA-Turnier zu uns geholt
haben, dass die Verträge dafür kein Jahr, nachdem wir Son Gual
eröffnet haben, unter Dach und Fach sind. Großartig auch, dass für
die Organistion des Events Bernhard Langers Bruder verantwortlich
ist. Erwin Langer hat enormes Renommee in Europa und ist ein
Garant dafür, dass das Turnier ein großer Erfolg werden wird.“
Die Rückkehr der PGA Tour nach dem Ausfall der Mallorca Classics
in 2008 bedeutet, dass der Sportkalender der Insel wieder mit
einem hochdotierten, international besetzten Golf-Highlight
glänzt. Das ist einer Golfdestination zu danken, die seit der
Eröffnung am 17. Oktober 2007 ihre eigene, frappierende
Erfolgsgeschichte schreibt. Von Beginn an herrschte Begeisterung
darüber, was der Platz – abgesehen von seiner traumhaften
Landschaft – rein golferisch bietet: für den Professional
Herausforderungen, die sein ganzes Können provozieren, für den
Amateur Befriedigungen, wenn er überlegt und sicher spielt. Kein
Wunder, dass die 18 Loch von Son Gual nach so kurzer Zeit schon
als europäische Top-Destination gehandelt werden. Was herausragt,
wächst oft aus Unzufriedenheit. Wer in unserem Fall ungenügsam war
– der deutsche Industrielle Adam Pamer, 63, Initiator, Investor
und Eigentümer von Golf Son Gual –, kam schon lang als Feriengast
auf die Insel, mit Sohn, Tochter, Gattin, passionierte Golfer
allesamt. Von ihrer mallorquinischen Zweitresidenz aus zogen sie
auf die Plätze der Insel, erwarben Mitgliedschaften, spielten –
und blieben letztlich missvergnügt. Sohn und Juniorchef Andreas
Pamer: „Natürlich gibt es gute Plätze auf Mallorca, und
selbstverständlich auch Clubs, die die Zeichen der Zeit sehen,
nicht schon damit zufrieden sind, dass genug Gäste kommen, sondern
sich laufend verbessern. Aber da sind auch andere, und für uns hat
eigentlich immer irgendwo etwas nicht gepasst. Wenn man in der
Hauptzeit sechs Stunden auf dem Golfplatz steht, vor einem immer
drei Flights; wenn man zu Weihnachten oder Ostern als Mitglied
keine Startzeiten bekommt, und man zahlt dabei viel Geld, dann
stimmt das eine oder andere nicht.“ Nun kann man in solchem Fall
Nörgler werden und alles lassen, wie es ist. War nicht Sache von
Adam Pamer. Der Handicap-Elf-Spieler (seine Tochter Sabine,
Präsidentin des Golfclubs Son Gual, hat Hcp 3) ließ seiner
Leidenschaft, seinen Visionen freien Lauf und baute sich selbst
den Platz, von dem er und seine Familie träumten – aus
einer Philosophie heraus, die sein Sohn so lakonisch wie klar
beschreibt: „Wir haben nur einen Golfplatz. Wir haben keine
Villen, die wir verkaufen, keine Hotels, die wir füllen wollen,
bei uns geht’s wirklich nur um Golf, und wenn man sich zehn Jahre
befasst mit so einem Projekt, dann muss was dabei rauskommen.“

Momente auf dem vielleicht schönsten privaten Golf
Course Europas.
Was am Ende dabei herauskam und seit Beginn die internationale
Fachpresse jubeln lässt, das baute Adam Pamer natürlich nicht
wirklich selbst. Das kam vom Himmel. Er hatte die Ausschreibung
gewonnen: Thomas Himmel, 43, dreifacher deutscher Amateurmeister
und als Golfarchitekt ein No-Name, schon gar auf einer Insel, die
Jack-Nicklausund Trent-Jones-Plätze aufweisen kann. „Sicher hätten
wir auch einen großen Namen haben können“, lächelt Andreas Pamer,
„und die waren auch unter den eingereichten Entwürfen. Aber wir
haben sie mit verdeckten Namen studiert, und als die Entscheidung
über den besten fiel, war er von Himmel.“ Hatte sich der Gewinner
nach Vorgaben zu richten? „Mein Vater wollte einen See, eine Insel
mit Palmen, dazu Olivenbäume, das waren so die Wünsche. Aber sonst
sind das
alles Himmels Gedanken und Ideen. Wir haben sie einfach in die Tat
umgesetzt. Wir haben genügend Budget gegeben, oder eigentlich gar
keins. Wir haben nur gesagt: Wir wollen den besten Golfplatz, und
in Grün, und dann hat er sich ausgetobt.“
Es muss wirklich was los gewesen sein auf Son Gual, bis sich der
Platz bei seiner Eröffnung wie von Zauberhand geschaffen in die
Ebene ergoss. 1,4 Millionen Kubikmeter Erde wurden bewegt, 70.000
Tonnen Sand. Grüns mit einer Durchschnittsgröße von 800
Quadratmetern wurden modelliert, Abschläge mit einem Durchschnitt
von 900 Quadratmetern und mit sechs Tees für jeden. Himmel
inszenierte 66 Bunkersituationen mit einer Gesamtfläche von 3,5
Hektar (der Kurs, 6621 m lang von Schwarz, misst ca. 70 Hektar,
das ganze Anwesen Son Gual 156 Hektar). Er schuf 28
Wasserhindernisse (Insel mit Palmen inklusive), darunter Seen, die
auch als Bewässerungsreservoir für die 1750 Sprinkler dienen, und
er lässt einen 1,6 Kilometer langen Bach durch die Fairways
laufen. Himmel pflanzte an die 800 Olivenbäume, teils 1000 Jahre
alt. Er tupfte acht Weingärten mit 3500 frisch gesetzten
Rebstöcken ins Bild (Son-Gual-Fans freuen sich schon auf den
ersten Jahrgang). 35 Greenkeeper halten die himmlische Schöpfung
fit, elegant und großzügig wie alles das Clubhaus am 9. und 18.
Loch – man munkelt von 30 bis 38 Millionen Euro Kosten für alles,
Andreas Pamer dementiert nicht. Signifikant, wenn man die
Fachpresse liest, aber auch, wenn man den Platz selbst spielt: Es
gibt eigentlich kein Signature Hole, jedes Loch hat seine ganz
individuelle Faszination. Wie geht es da der Familie? „Ähnlich.
Mein Vater mag drei, vier Löcher ganz speziell, aber welches sein
Favorit ist, hängt immer davon ab, wie er grad’ auf dem Loch
gespielt hat. Ich würde sagen, das 18. Loch ist schon etwas
Besonderes, ein Paar 5 mit Wasser, Bunker, Wasserfall und
grandiosem Blick, aber es gibt noch viele andere schöne Löcher.“
Und neue Pläne, unter anderem für weitere 9 Löcher, dazu
vielleicht ein Sternerestaurant – lassen wir uns überraschen.
Freuen wir uns auf die PGA Seniors Tour auf Son Gual vom 8. bis
10. Mai 2009.
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