 Ein sauberer
„Fisch“
mit
Q-Faktor – sQuba
Dreißig Jahre nach dem Agententhriller „Der Spion, der mich
liebte“ kommt mit „sQuba“ das erste Auto, das den Unterwasserflug
beherrscht.
TEXT: BERND TEICHGRÄBER
Tauch’ noch mal, James!“ Wenn’s dem Agenten zu heiß wird, taucht
er ab. Besonders eindrucksvoll bewerkstelligte dies Roger Moore im
Agententhriller „Der Spion, der mich liebte“ von 1977: In einem
schnittigen Gefährt geht er auf Tauchstation. Der Haken an der
Sache: Die Szene hat nie wirklich stattgefunden. Sie war eine
Animation.
Mit dem „sQuba“, dem ersten Tauchauto der Welt, wird nun gut
dreißig Jahre später aus dem Film-Fake Wirklichkeit. Dem
James-Bond-Fan und Schweizer Autovisionär und Rinspeed-Boss Frank
M. Rinderknecht (52), bekannt für seine ausgefallenen
Autokreationen, hatte die Filmszene seit Anbeginn nie ruhen
lassen: „Seit drei Jahrzehnten stelle ich mir vor, wie es denn
gelingen könnte, ein funktionstüchtiges Auto für den
Unterwasserflug zu bauen. Nun haben wir den Traum Realität werden
lassen.“
Und eben dieser Unterwasserflug in bis zu zehn Metern Tiefe, bei
dem das Fahrzeug in einen dauerhaften Schwebezustand gelangt,
unterscheidet den „sQuba“ von vor allen Dingen militärischen
Vehikeln, die zwar abtauchen können, dann aber behäbig über den
Grund rumpeln. Rinderknecht: „Zweifellos ist es schon nicht
leicht, ein Auto so wasserdicht und druckresistent zu machen, dass
es sich unter Wasser bewegen kann. Die wirkliche Herausforderung
war aber, dass sich das Ding wie ein Fisch im Wasser bewegen
sollte.“
Selbstverständlich musste es auch ein Sportwagen sein, der in den
Werkshallen des Schweizer Engineering-Spezialisten Esoro zum
Tauchtraum umgebaut wurde. Gleich als erstes wurde der
Verbrennungsmotor herausoperiert und durch gleich mehrere
Elektroantriebe ersetzt: Drei Motoren sind im Heck untergebracht.
Einer sorgt für Vortrieb zu Lande, zwei treiben die Propeller für
die Unterwasserfahrt an. Unterstützt werden sie durch zwei
leistungsstarke Seabob-Jetantriebe im Bug, die durch spezielle
Drehlamellen von HS Genion (zum Öffnen und Schließen der
Wasserzufuhr) „atmen“. Die drehbaren Austrittsdüsen wurden mit
Nano-Material – so genannten Carbon-
Nano-Tubes – besonders leicht und verwindungsfest gemacht.
„Aus Sicherheitsgründen haben wir den Wagen als offenes Fahrzeug
gebaut, damit die Insassen im Notfall schnell aussteigen können.
Denn bei einer geschlossenen Kabine würden sie die Türe nicht mehr
geöffnet bekommen“, erklärt Frank M. Rinderknecht. Doch Sicherheit
ist nicht der einzige Grund für die offene Targa-Bauweise: Bei
einem geschlossenen Innenraum von nur zwei Kubikmetern Luft hätte
das Fahrzeuggewicht um zwei Tonnen erhöht werden müssen, um dem
nicht gewünschten Auftrieb entgegenzuwirken. Damit hätte der „sQuba“
an Land die Beweglichkeit einer Schildkröte gehabt. Somit taucht
der „sQuba“ ohne Passagiere selbstständig auf. Selbst an Land findet
er dank ausgefeilter Laser-Sensortechnik der Hamburger Firma Ibeo
autonom seinen Weg – ohne jegliches Zutun von Fahrer oder
Beifahrer. Die ausdauernde Stromversorgung stellen
Lithium-Ionen-Akkus sicher. Hierzu Rinderknecht: „Der ‚sQuba‘ ist
ein so genanntes ‚zero-emission-car‘ – wie es auch das automatisch
drehbare Nummernschild am Heck anzeigt –, denn er produziert keine
Abgase. Wir Schweizer gehören zu den Vorreitern bei der
Energiegewinnung aus Wasserkraft. Seine Tankstelle ist der
Stausee.“ Klar auch, dass am Fahrzeug leuchtstarke und
energiesparende LED-Lichttechnologie zum Einsatz kommt.
Akzentuierende 3D-Folien-Elemente mit Fisch- und
strömungsgünstigen Haifischhautprägungen und -mustern von Wetzel
Processing Group und Hornschuch ergänzen zusammen mit
Stilelementen von Foliatec ein optisch harmonisches
samtmatt-weißes Erscheinungsbild.
Und für den Landgang setzt „sQuba“ auf ein spezielles rostfreies
Gewindefahrwerk der KW automotive und großdimensionierte
Pirelli-Reifen, die auf speziell gefertigten und leichtgewichtigen
17”- und 18”-Schmiederädern von AEZ aufgezogen sind. Doch in ihrem
Element fühlt sich die Flunder erst richtig im Wasser. Damit dies
auch auf Pilot und Pilotin zutrifft, gestaltete Strähle + Hess das
salzwasserfeste und mit richtigem Perlmutt ausgestattete
innovative Interieur mit diamantenbeschichteten rutschfesten
Intarsien von KGS Diamond – „diamonds are the girls best friends“
–, welche sonst auf Hightech-Schleifmitteln verwendet werden. Für
futuristisches Ambiente sorgen Hightech-Bedieneinheit und
Zentralinstrumentierung von VDO, über welche sich sämtliche
Funktionen auch leicht unter Wasser steuern lassen. Frank M.
Rinderknecht hat mit seinen Partnern – darunter auch der
Flottenspezialist Leaseplan – ein wahrhaft außergewöhnliches
Gefährt auf die Räder – Entschuldigung, Flossen – gestellt und
dabei an alles gedacht. Selbst die eingesetzten
Motorex-Schmierstoffe sind durchweg umweltfreundlich, da
biologisch abbaubar.
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