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HEFT 19 | FRÜHJAHR 2009   

 

 

 
Das Clooney-Syndrom
Vom Serien-Doc zur Werbeikone

Wenn der Name George Clooney fällt, verdrehen Frauen jeden Alters vor Verzückung ihre Augen und die Pulsfrequenz erhöht sich schlagartig. Wie kein anderer Kinoheld unserer Tage verursacht der amerikanische Schauspieler, Regisseur, Produzent und „Oscar“-Preisträger Dauerherzklopfen bei seinen weiblichen Fans. Dem Ruf als Womanizer wird er ebenso gerecht wie dem des echten Gentleman. Kein Wunder, dass ihn die Werbung als perfektes Testimonial entdeckt hat, an dessen Glaubwürdigkeit wenig auszusetzen ist.
 

TEXT: GUNDULA LUIG_RUNGE |
FOTOS:
OMEGA HEADQUARTER, MARTINI/CHARLIE GRAY

Hat Ihre Frau oder Freundin ihnen zum letzten Geburtstag vielleicht eine Omega-Uhr geschenkt? Schwört sie plötzlich auf die Kaffeespezialitäten von Nespresso, obwohl sie passionierte Teetrinkerin ist? Und bestellt sie bei ihrem Lieblingsitaliener neuerdings statt Prosecco immer diesen Martini Bianco? Das sollte Ihnen zu denken geben. Ist da etwa ein anderer Mann im Spiel? In der Tat. Und dazu noch einer, dem sie vermutlich nur schwer das Wasser reichen können. Oder wurden Sie vom amerikanischen People Magazin schon zweimal zum "sexiest man alive" gewählt? Natürlich nicht, es sei denn, Sie heißen Brad Pitt oder Richard Gere. Ohne auch nur die geringste Chance zu haben, müssen Sie fortan Ihr Haus mit einem anderen teilen, einem Frauenversteher.

Er besucht Sie regelmäßig in Ihrem Wohnzimmer (was für eine Vorstellung), glotzt mit diesem unerhört schmalzigen Blick (finden Sie) aus dem Fernseher. Und Ihre Frau oder Freundin erkennen Sie nicht wieder. Sie ist völlig verstrahlt, wartet ungeduldig auf jede Werbepause im Spielfilm, damit sie damit sie ihren Sehnsuchtsheld, George Clooney alias Filmstar „Giorgio“, im neuesten Martini-Spot endlich wieder anhimmeln kann. Wie er aus dem Blitzlichtgewitter der Filmfestspiele in Cannes (es ist 1962) auftaucht, wie er sich professionell im Partygetümmel einen Martini Bianco mixt, wie er auf spektakuläre Weise das fehlende Eis organisiert ... magnificent. Sie wollen das verstehen?! Vergessen Sie’s. Es ist das Clooney-Syndrom, das zumeist Frauen befällt.

George Clooneys Erfolg bei Frauen
lässt alle anderen Männer vor Neid erblassen.

Aber Scherz beiseite: George Clooney ist ein echtes Phänomen unserer Zeit. Ein Mann, der all das verkörpert, was sich Menschen wünschen: beruflichen Erfolg, gesellschaftliche Anerkennung, gutes Aussehen, Souveränität, Unabhängigkeit, Charme, Humor. Sein Erfolg bei Frauen lässt Männer vor Neid erblassen und Frauen fühlen sich von ihm als einem der populärsten Mimen Hollywoods, der zudem seinen Junggesellenstatus mit Sorgfalt kultiviert, magisch angezogen. Seine manchmal geradezu lausbubenhafte Art erhöht den Sympathiefaktor um ein Weiteres, macht Clooneys Image umso glaubwürdiger. Kein Wunder, dass ein solcher Typ bei den Werbestrategen Premium-Status genießt. Mit Clooney als Imagetransmitter steigert man die Markenbekanntheit und -akzeptanz garantiert. Nespresso, Martini und Omega machen es vor – und ihre Erfolge sprechen für sich.

Als leidenschaftlichem Italien-Fan, Clooney besitzt eine Villa am Comer See, fiel es dem als Dr. Doug Ross in der TV-Serie „Emergency Room“ bekannt gewordenen Hollywood-Star leicht, den Werbevertrag mit der italienischen  Kultmarke Martini Vermouth zu unterzeichnen. Seit 2004 lässt er als Martini-Testimonial seinen Charme spielen. Mit seiner Gelassenheit verkörpert der zur Zeit wohl begehrteste Single Hollywoods perfekt das mediterrane Lebensgefühl. „Die Wahrheit ist doch: Die Italiener verbringen ihr Leben angenehmer als irgendjemand sonst“, so der Schauspieler. Daher liebt auch der private Clooney „the simple pleasures in life“ und lebt echt italienisch in seiner Wahlheimat, dem idyllischen Dorf Laglio am Comer See – ohne seinem Superstar-Status zu viel Beachtung zu schenken. Das kann auch Michael Haussman bestätigen. Der Regisseur des Martini-Spots „Boat“, in dem Clooney seine Freundin gegen eine Kiste Martini eintauscht, arbeitete schon mit Showgrößen wie Madonna oder Britney Spears zusammen, ist aber überzeugt: „George Clooney ist nicht nur ein wahres Schauspieltalent und ein echter Gentleman, sondern auch jemand, der wenig Aufmerksamkeit braucht. Er packt lieber mit an, als in seinem Wohnwagen zu sitzen. Er ist ein Regisseur, ein Schauspieler, ein Teammitglied und ein Freund für alle.“ Mit dieser entspannten und lockeren Sichtweise aufs Leben verkörpert Clooney glaubhaft wie kaum ein anderer den Kern der Marke.

Auch Nespresso, der Marktführer bei portionierten Spitzen-kaffees, setzt auf die Werbewirksamkeit des Oscar-Preisträgers (bester Nebendarsteller in der Rolle des Bob Barnes in „Syriana“). Für das Schweizer Unternehmen war es 2006 die erste Celebrity-Kampagne – und eine äußerst erfolgreiche noch dazu. „Unsere Marke steht unter anderem für Eigenschaften wie Eleganz, Stil und Charme – und George Clooney verkörpert all diese Qualitäten“, sagt Olivier Quillet, International Marketing Director von Nespresso. Mittlerweile geht die Zusammenarbeit mit Nespresso-Fan Clooney, der sowohl in seinem Haus in den USA als auch dem in Italien mit Nespresso-Maschinen bestens ausstaffiert ist, ins dritte Jahr. Vergangenen Sommer wurde der neueste TV-Spot unter der Regie von Madonna-Ehemann Guy Ritchie in Mailand abgedreht, der ab November 2008 in Europa anlaufen wird. „George Clooneys dynamische Arbeitsweise führte zu unglaublichen Erfahrungen am Set“, berichtet Olivier Quillet, „und begeistert Millionen von Clubkunden weltweit.“

Dritter Werbepartner im Bund ist die Schweizer Luxusuhrenmarke Omega, zu der der Schauspieler seit seinen Kindertagen eine besondere Beziehung pflegt. „1969 hat mir mein Onkel eine Omega-Uhr geschenkt. Es war meine erste Uhr. Im gleichen Jahr landete Apollo 11 auf dem Mond und die Astronauten trugen ebenfalls Omega-Uhren. Das machte mich unglaublich stolz auf meine Uhr“, beschreibt George Clooney seine ersten Erinnerungen an die Marke. Nach Nicole Kidman, mit der er übrigens den Film „The Peacemaker“ drehte, ist der Leinwandheld der zweite Schauspieler, der für den Schweizer Uhrenhersteller als Markenbotschafter auftritt. Das Foto-Shooting für die Print-Kampagne, die im April 2008 in der Schweiz startete, fand in Tokio statt. Als Fotograf wurde der prominente Fotojournalist Greg Williams engagiert, der Clooney in der außergewöhnlichen Rolle eines Uhrmachers inszenierte. Dieser kommentierte seinen Abstecher in die Welt der Horologisten in einem späteren Interview wie folgt: „Es scheint, dass ich die Fachleute etwas verblüfft habe. Zu Beginn meinten sie: ,Na lass’ den George etwas herumspielen!‘ – Als ich dann in Kürze drei oder vier Uhren zusammenbaute, realisierten sie, dass sie es eventuell doch mit einem ernst zu nehmenden ,Konkurrenten‘ zu tun hatten.“

Wie stimulierend der Auftritt des smarten Frauenschwarms als Werbe-Ikone sein kann, beweisen nicht nur die gestiegenen Absätze seiner derzeitigen Werbepartner, sondern auch sein neuester Kino-Hit „Burn after Reading“. Dort spielt Clooney an der Seite von Brad Pitt einen sexbesessenen Politiker, der mit Vorliebe diverses Sexspielzeug einsetzt, um seine Gespielinnen glücklich zu machen. Seitdem verzeichnet die Nachfrage nach erotischen Hilfsmitteln rasante Zuwächse. Zweifelt da noch jemand an der Vorbildfunktion von Prominenten? Überhaupt soll der smarte George ja in Sachen Sex kein Kostverächter sein. Seiner geballten Charme-Offensive sollen nach eigenen Angaben schon an die 1000 Frauen erlegen sein. Aber mehr verrät der Womanizer nicht über sein spektakuläres Liebesleben. Das zeichnet ihn aus, da ist er ganz Gentleman. Und so kann die Mehrzahl der Frauen weiter schwärmen von ihrem Held, der Träume weckt und manchen auch erfüllt.

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George Clooney

Frauen fühlen sich von "charming boy" George Clooney magisch angezogen, und das nicht zuletzt durch die Tatsache, dass er seinen Junggesellenstatus mit Sorgfalt kultiviert.

Mit seinem Charme ...

... und seiner Gelassenheit verkörpert Clooney als Testimonial für Martini perfekt das mediterrane Lebensgefühl von „Dolce Vita“.


Wenn diese bildschöne Torera
das fehlende Eis für den Drink durch die Kastration der Bullen-Eisskulptur gewinnt, entlockt sie Clooney damit nur ein trockenes „magnifico!“

 

Mit Clooney als Imagetransmitter
steigert man die Markenbekanntheit
und -akzeptanz garantiert.
Nespresso, Martini und Omega machen es vor – und ihre Erfolge sprechen für sich.

Kurzbiographie

Name: George Timothy Clooney
Geburtsdatum: 6. Mai 1961
Geburtsort: Lexington
im US-Bundesstaat Kentucky
Sternzeichen: Stier
Familienstand: geschieden
(1989–1993 verheiratet mit der Schauspielerin Talia Balsam), begehrtester Junggeselle Hollywoods


Spielfilme u.a.:
· 1988: Die Rückkehr der Killertomaten
· 1996: From Dusk Till Dawn
· 1997: Batman & Robin
· 1997: Projekt: Peacemaker
· 2001: Ocean’s Eleven
· 2002: Solaris
· 2004: Ocean’s Twelve
· 2005: Good Night, and Good Luck
· 2005: Syriana
· 2007: The Good German –
In den Ruinenvon Berlin
· 2007: Ocean’s Thirteen
· 2007: Michael Clayton
· 2008: Ein verlockendes Spiel

Fernsehserien
· Hauptrolle:
· 1994–1999: Emergency Room – Die Notaufnahme

· Gastauftritte u. a. in:
· 1985: Street Hawk
· 1987: Golden Girls
· 1987: Mord ist ihr Hobby
· 1988–1991: Roseanne

 

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