
Breidenbacher Hof, Düsseldorf
Wiedergeburt
an der Kö
Sie verleihen der Branche den ganz besonderen Glanz, die wenigen
Hotel-Legenden im Lande mit Tradition und Klasse. Das Adlon in
Berlin gehört dazu, der Nassauer Hof in Wiesbaden, das Hotel mit
der längsten Historie, auch das Vier Jahreszeiten, als ehemals
königlich bayrische Gästehaus und natürlich der Breidenbacher Hof
in Düsseldorf direkt an der Prachtstraße "Kö" (Königs Allee)
glänzend platziert.
Jahrelang war dieses Zentrum des gesellschaftlichen Lebens nur
noch ein hässliche Bauruine, dann wurde das einstige Prachtstück
des Hospitality-Gewerbes mit unglaublichen Kostenaufwand wieder
aufgebaut und feierte nun am 19. Mai als erstes deutsches Capella
Hotel (die Fünf-Sterne-plus- Gruppe des Ritz-Carlton-Gründers
Horst Schulze) Neueröffnung. Nach wochenlanger Service-Schulung
ist bei nur 95 Suiten und Zimmer (das kleinste mit 44
Quadratmetern) Gästepflege der feinsten Art angesagt. Das
Capella-Team kümmert sich bereits vor deren Ankunft um die Gäste.
Wer mehr als einmal anreist, wird vorher angerufen, um persönliche
Wünsche abzufragen und Vorbereitungen zu treffen. Gleich nach dem
Einchecken geht's ins so genannte Wohnzimmer. So bezeichnet Horst
Schulze die hochelegante Gäste-Lounge, die ein kleines Frühstück,
Drinks und Appetithäppchen bietet.
Hier wie überall im Haus fällt die hochwertige Einrichtung auf.
Was in anderen, auch durchaus erstklassigen Gruppenhotels nur
Verkleidung und Blendwerk ist, wurde hier durch den
Interieur-Spezialisten Peter Silling mit edelsten Materialien
gestaltet. Klar, hat das alles seinen Preis. Die
Übernachtungsliste beginnt bei 325 Euro. Dafür gibt es keine
Extrarechnungen für Minibar oder Internetzugang. Nahezu 200 Jahre
nach der ersten Grundsteinlegung des Breidenbacher Hofs (nach dem
Gründer Wilhelm Breidenbach benannt), ist das Gründungsmitglied
der Leading Hotels of the World wieder auf dem Weg zur Spitze.
Hotels, ganz gleich welche Sterne-Kategorie, mögen noch so
gelungen gestaltet sein Breidenbacher Hof, Düsseldorf und ein
aufregendes Ambiente haben, entscheidend für die Klasse ist
letztendlich die Antwort auf die Frage, ob das feine Domizil eine
Seele hat. Gemeint ist damit die Persönlichkeit, die den Gast
fasziniert. Und dafür sorgt in erster Linie der Direktor, oder
neudeutsch, der General Manager. Außerdem gilt verstärkt, wie
längst auf dem amerikanischen Markt, die Personifizierung eines
Produktes, der Mann an der Spitze also auch als Galions- und
Werbefigur. Und da fehlt es leider gewaltig an profilierten
Kräften in der jungen Garde der deutschen Hoteliers. Eine der
großen Ausnahmen, vielleicht der allerbeste der Hotelchefs unter
40 ist Cyrus Heydarian, der Hausherr in der Hotel-Legende
Breidenbacher Hof.
Hervorgetan hat sich Heydarian als umsichtiger Hoteldirektor des
in Königsstein im Taunus gelegenen Fünf-Sterne-Kempinski-Hotel
Falkenstein. Zudem überwachte und leitete er die Renovierung und
Wiedereröffnung der Villa Rothschild Hotel & Restaurant, die zu
den Leading Small Hotels of the World gehört. Heydarian, der eine
glückliche Art hat, sein Team zu motivieren. Hotel-Pionier Schulze
pflegt unermüdlich zu mahnen und zu predigen, dass die
Gästezufriedenheit und die Mitarbeiter-zufriedenheit immer
parallel verlaufen. So hat der Mann an der Spitze die nicht ganz
einfache Aufgabe zu lösen, sein Team täglich neu einzuschwören,
gleichzeitig aber stets in erster Linie für die Gäste da zu sein
und dann auch noch den von der Westpaces Gruppe aufgetragenen
Apparat im Griff zu halten. Die Belohnung für den komplizierten
Spagat ist das Hotel selber. Von Domizilen dieser Klasse kann ein
Hotelmanager nur träumen: 79 Gäste-zimmer und 16 Suiten, später
kommen noch private Residenzen und die Schönheitsklinik im
Breidenbacher Hof hinzu.
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