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HEFT 18 | HERBST 2008   

 
„Mein grösster Inspirationsquell“
Ben Serotta baut in den Staaten Fahrräder,
von denen man träumt

Jenseits des Teichs boomt das Fahrrad, in Deutschland schwingen sich Minister und Starphilosophen in den Sattel. Wer beim Klick in die Pedale keine Maschine von der Stange unter sich haben will, dafür brillante Maßarbeit, für den gibt es eine Marke, auf der Weltmeister fuhren.
 

TEXT: GÜNTER NED | FOTOS: SEROTTA

„Willkommen zum ultimativen Fahrraderlebnis – nur Fliegen aus eigener Kraft käme dem gleich, vielleicht. Es ist Freiheit, Kraft, Ruhe und Verausgabung in einem. Es ist mein größter Inspirationsquell. Der Grund, warum ich Fahrrad fahre.“ Ben Serottas Credo mag enthusiastisch klingen, aber: Man setze sich zum ersten Mal auf sein erstes Serotta. Es wurde angepasst – mit individuellsten Fitting-Methoden – auf meine Fahrweise, auf meine Ziele, auf mein Gewicht. Aus dem breiten Sortiment von Rohren wurden genau die für den Rahmen gewählt, die sich perfekt eigneten. Man hat den Bewegungsbereich auf dem Rad nach meiner Flexibilität und meiner Rumpfmuskulatur bestimmt. Die Position gefunden, in der ich maximale Kraft aufs Pedal bringe. Und man hat es designt in genau dem Stil, der mir vorschwebt. Und dann klickst Du in die Pedale, trittst an und verstehst, was Ben Serotta meint. Du hast ein Gefühl wie nie auf einem Fahrrad zuvor – und Du kommst ins Schwärmen.

Ben Serotta und seine 40 Mitarbeiter schaffen von Hand die absoluten High-End-Fahrradrahmen. Olympiasieger, Tour-de-France-Champions, Triathlon-Cracks katapultierten sich damit auf die Podeste. Anspruchsvollste Privat-Afficionados intensivieren auf Serotta ihre Passion. Jedes Stück ist ein Unikat, ein ergonomisches Meisterwerk, kreiert wie ein zusätzlicher Körperteil, Komfort, Steifigkeit und Lenkverhalten stimmen exakt zum Kunden. Jedes Serotta entsteht in ausgefeilter Handwerkskunst und zugleich mit Technologien, wie sie nur an der Schnittstelle von Gegenwart und Zukunft entspringen, und es besteht aus edelsten Materialien: Karbon, Titan, Stahl. Ben Serottas Stärke ist seine Unabhängigkeit, und dass er – im Gegensatz zu den hochartifiziellen Rahmen seiner Räder – den Rahmen seiner Arbeit bescheiden hält.


Rasantes Tour-de-France-Feeling: Bergabfahrt auf einem Ottrott.

40 Mitarbeiter, wie gesagt, jeder besessen davon, dass das Rad, an dem er grade arbeitet (20 Stunden dauert das pro Rahmen und mehr) „noch besser wird als das letzte.“ Und wenn sie Titan schweissen, müssen die Nähte eine Ästhetik haben wie ein Bild. Serotta, obwohl mit italienischen Wurzeln geboren, ist Amerikaner durch und durch, produziert ausschließlich in den Staaten. Seine beiden Manufakturen stehen in Saratoga, New York,
und Powey, Kalifornien, kein Arbeitsschritt findet außerhalb statt.

Seit dem Beginn vor 36 Jahren erfindet, entwickelt und verfeinert
er seine Methoden, seine signifikanten Highlights: das Colorado Concept Rohr-Design (die Aussendurchmesser der Rohre verjüngen sich, der Rahmen zeigt sich steif, lebendig und komfortabel zugleich), die exklusiven 3-D-Ausfall-Enden, Titanrahmen mit sich verändernden Wandstärken, brillante Lackierungen mit 3-D-Tiefeneffekten etc. Von italienischem Stahl abgesehen, bezieht Serotta jedes Material aus den USA – um beispielsweise das weltweit beste Karbon zur Verfügung zu haben, übernahm er 2007 selbst die Produktion seiner Kohlefaserwerkstoffe. Exquisit die Serie der vier Modelle. Sie unterscheiden sich in erster Linie im Material, haben aber die Fähigkeit gemeinsam, differenziertesten Ansprüchen entgegenzukommen: das MeiVici aus Karbon, das Ottrott aus Karbon und Titan, das Legend aus purem Titan und der Klassiker der ersten Stunde, das Coeur d‘Acier mit seinem Stahlrahmen.

Als Erfolgsgeheimnis erscheint, dass Ben Serotta authentisch geblieben ist. Er kommt bis heute jeden morgen zur Arbeit, immer auf der Suche nach einer neuen Antwort auf die Frage: „Wie bauen wir ein Rad, das wir noch besser finden? Eines, das noch leichter ist, die Kraft des Fahrers noch optimaler umsetzt, ihm ein noch entspannteres, noch komfortableres Fahren ermöglicht?“ Serotta setzt die Marksteine für den High-End-Markt seiner Branche. In den Staaten kommt ihm dabei ein enormer Boom entgegen. Frank Stefan Kimmel, 40, Serotta-Repräsentant für Deutschland, die Schweiz und Österreich: „In den USA hat Radfahren als Trendsport, gerade im Edelbereich, inzwischen Golf überholt.“ Aber braucht es die Wahl? Gibt es nicht Ähnlichkeiten im Feeling? Die Rasanz, die er auf seinem Serotta erreicht, erinnerte einen Golfer schon mal an den perfekt geschlagenen Drive.

 

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Unterwegs mit Serotta

Die Modelle unterscheiden sich in erster Linie durch ihr Material. MeiVici aus Karbon (links) und Legend aus Titan.

Ästhetische Qualität

Ein Serotta wird in allen Teilen bei Serotta selbst hergestellt, ...

von der Karbonmuffe mit Titan-Inlay (für das MeiVici) ...

bis zum Titan-Ausfall-Ende (fürs Ottrott).

Jedes Serotta

... wird seinem Fahrer individuell angepasst.

Firmenchef Ben Serotta

... baut in den Staaten Fahrräder, von denen man träumt.

   

Weitere Info's: www.serotta.de

 

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