
Das ist die Grenze des Machbaren
Ulrich Bez,
Vorstandsvorsitzender von Aston Martin, im High-Life-Interview
Aston Martin macht unter seinem CEO Ulrich Bez Furore auf vielen
Schauplätzen. High Life sprach mit dem Stuttgarter Top-Manager
über Umweltbewusstsein, Gesamtkunstwerke und James Bonds nächsten
Dienstwagen..
Herr Dr. Bez, Aston Martin hat einen neuen Hauptaktionär.
Was bedeutet der Besitzerwechsel für die Marke?
Das bedeutet, dass ich nach sieben Jahren bei Aston Martin nun
Miteigentümer bin und für weitere fünf Jahre als CEO zur Verfügung
stehe. Dies garantiert einerseits Kontinuität und andererseits
auch Wachstumschancen.
In der aktuellen Klimadiskussion schneiden Supersportwagen, wie
sie Aston Martin baut, zwangsläufig nicht gut ab. Auf der anderen
Seite haben Sie gerade ein Design-Studio eröffnet, das profundes
Umweltbewusstsein verrät. Ein Widerspruch?
Nein, überhaupt nicht. In der aktuellen Klimadiskussion werden
viel zu viele individuelle Interessen verfolgt. Das sollte uns
nicht daran hindern, die Zukunft des technisch Machbaren
aufzuzeigen. Wir haben in den letzten sieben Jahren unseren
CO2-Ausstoß um 20 Prozent reduziert und mit unserem Design-Studio
ein Gebäude zu vertretbaren Kosten gebaut, welches 80 Prozent
weniger Energie verbraucht als ein vergleichbares Gebäude in
England. Wenn das Schule machen würde, hätten wir für die Umwelt
mehr geleistet als viele der Umwelt-Trittbrettfahrer.
Warum sind Sie für den Bau des Design-Studios eine
Partnerschaft mit der österreichischen Firma Holzbau Saurer
eingegangen?
Holzbau Saurer hat unserem Anforderungsprofil nach
energiesparender Bauweise mit nachwachsenden Roh- und Werkstoffen
und handwerklicher Kunst am besten entsprochen. Diese Art zu bauen
ist schnell, absolut zuverlässig und elegant – und somit ist
dieses Gebäude ein echter Aston Martin!
Der neue Concept Car V12 Vantage RS stellt sich als einer der
schnellsten Straßenwagen vor, die Aston Martin jemals bauen wird.
Warum haben Sie den Prototyp entwickelt?
Es ist einfach ein Traum, in solch einem Körper einen
12-Zylinder-Motor zu haben. Das ist die Grenze des Machbaren – und
das reizt mich! Und für unsere Kunden ist dieses Konzept
offensichtlich ebenso reizvoll; denn die große Zahl der bereits
jetzt vorliegenden Bestellungen spricht für sich.
Wie wird sich Aston Martin in Zukunft von Mitbewerbern wie
Porsche, Mercedes SL oder Maserati abheben?
Wir heben uns allein durch unser Volumen von der gängigen
Luxus-Massenware ab. Wir sind heute ein Leader in Design und
wollen das bleiben. Homogene Hightech-Konzepte und unsere Liebe
zum Detail verbinden Performance und Zuverlässigkeit zu einem
Gesamtkunstwerk.
„Der Spiegel“ berichtet über Verhandlungen zwischen der Daimler
AG und Aston Martin mit dem Ziel einer Zusammenarbeit. Wie soll
diese Kooperation aussehen?
Wir sind ja das kleinste unabhängige Automobilunternehmen und
daher frei, mit allen möglichen Partnern zu sprechen. Ich bin
schon ein wenig stolz, dass große Unternehmen uns als ernsthafte
Gesprächspartner ansehen.
Sie setzen Aston-Martin-Modelle gezielt mit Kunst in Szene, ob
man an die fotografischen Bildkompositionen eines René Staud denkt
oder jetzt an die Open-Air-Installationen der chinesischen
Künstlerin Qin Yufen. Welcher Gedanke steckt dahinter?
Aston Martin verkörpert die Kunst des guten Designs – und
desdeshalb ist es mehr als naheliegend, in andere Facetten der
Kunst hineinzustoßen.
Die Dreharbeiten zum neuen James Bond haben begonnen. Wir gehen
davon aus, dass Geheimagent 007 als Dienstwagen wieder einen Aston
Martin zur Verfügung hat. Verraten Sie uns, wie er aussieht?
Ja, natürlich. „Quantum of Solace“ ist eine Fortsetzung von
„Casino Royale“. Der DBS ist repariert und bereit für neue
außergewöhnliche Abenteuer.
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