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HEFT 16 | FRÜHJAHR 2008  

 

 

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Sir Rocco Fortes Optimismus
 

Jede Begegnung mit Sir Rocco Forte, dem von der Queen geadelten Hotelier, herausragend durch sportliche Ironman-Qualitäten, ist mir ein Vergnügen. Er ist so positiv eingestellt und ansteckend optimistisch.
 

TEXT: HEINZ HORRMANN  | FOTOS: KLAUS LORKE, ROCCO FORTE

Das gilt besonders, wenn er über sein Berliner Hotel referiert. Angesichts der extrem hohen Pacht, die für das Hotel de Rome noch mal um 6000 Euro pro Zimmer höher liegt als im Adlon oder im einstigen Four Seasons, das nach heftigen finanziellen Atembeschwerden aufgeben musste, kann man den eleganten Forte-Hotels nur mit einer Extraportion Optimismus eine stabile Zukunft prophezeien. Der Mann im anthrazitfarbenen Nadelstreifen, geschneidert in der Savile Row, kombiniert mit italienischer Krawatte und britisch dezenten Manschettenknöpfen, hebt die Schultern: „Das beste Hotel am Platz hat immer die besten Chancen.“ Bestes Hotel? Dafür muss man erst einmal die Frage beantworten, was grundsätzlich ein 0rdentliches Hotel zum Spitzenprodukt macht. Was sind die entscheidenden Kriterien?

Conrad Hilton nannte immer den Standort an erster Stelle. Der ist beim Forte Hotel großartig: an der Rückseite eines der schönsten europäischen Plätze im Herzen der Stadt und doch ganz ruhig gelegen. Dazu ist die Prachtfassade durchaus mit dem Pariser „George V“ vergleichbar. Das Interieur Design ist bis auf Kleinigkeiten modern, wohnlich und konsequent funktionell. Insgesamt ein gutes Zimmerprodukt, die Farbgebung ist Geschmacksache. Sehr erfreulich (inzwischen allerdings auch Klassen-Standard), wie Spa und Wellness offeriert werden. Ein Tophotel definiert sich heutzutage über den F&B-Bereich (Essen und Trinken). Das Adlon beispielsweise hat damit anfangs mehr Umsatz gemacht als mit den Zimmern. Das F&B-Konzept aber könnte zum Knackpunkt für das Hotel de Rome werden. Es gibt nur ein einziges Restaurant, von der Bebels Bar einmal abgesehen. Die Qualität, um die sich Theis Sponholz, der General Manager, persönlich kümmert, ist freilich ausgezeichnet. Der Service allein sei die Seele eines Hotels, bekundet immer wieder Horst Schulze, der bedeutendste Hotelpionier aller Zeiten (Ritz-Carlton, Capella). Schulze schulte jeden Mitarbeiter 120 Stunden im Jahr. Rocco Forte wollte sich zu diesem Thema nicht festlegen. Fazit: Ganz ohne Frage hat das Luxushotel Charme und Persönlichkeit. Das ist fraglos wichtiger als die Noten in den üblichen Bewertungskriterien. Und auch als eine Bereicherung für Berlins Nobelszene kann das Forte-Hotel schon jetzt angesehen werden.

Einst hatte Sir Rocco ein Imperium von achthundert Hotels, tausend Restaurants mit insgesamt mehr als hunderttausend Angestellten. Heute dreht er ein kleineres, aber noch feineres Rad. Eine Geschichte wie damals, 1996, würde er ein zweites Mal nicht verkraften. Sein Vater Charles, Lord Charles, war der Hotelkönig von Großbritannien und wie so häufig haben es Söhne von starken Vätern besonders schwer. Es war nicht immer leicht, den Kopf über Wasser zu halten. „Ich war mit 49 Jahren schon ziemlich alt, als ich den Vorstandsvorsitz der Hotelgesellschaft übernahm und mein Vater, der Firmengründer, wollte noch nicht loslassen, auch nicht im hohen Alter. Für mich eine schwierige Situation. Man könnte so etwas das Prinz-Charles-Syndrom nennen.“

1996 startete das Finanz- und Entertainment-Unternehmen Granada aus heiterem Himmel die feindliche Übernahme. Für die mit 2,50 Pfund im Kurs stehende Forte-Aktie wurden 4,00 Pfund gezahlt. „Da hatten wir keine Chance. Die acht Prozent Aktien, die unser Eigentum waren, brachten gewiss viel Bargeld“ (geschätzte 40 Millionen Euro), zusätzlich die Abfindung für den immateriellen Wert des Unternehmens. „Aber der Verkauf war in erster Linie ein Ausverkauf meiner Gefühle.“ Besonders ärgerlich für Rocco Forte: Mit dem Verlust der Kette verlor er zunächst auch die Rechte am Namen „Rocco Forte“. Aber vor einiger Zeit schenkten ihm die Granada-Eigentümer die Namensrechte zurück.

Wir sitzen in Roccos offenem, lichtem Arbeitszimmer, ganz in der Nähe von Brown’s Hotel, das er der Raffles-Gruppe abgekauft hat. Die Wände sind nicht mit Hotelbildern verziert, sondern mit unzähligen Sportfotos tapeziert. Rocco Forte ist Triathlet, macht regelmäßig das Härteste, was der Sport anbietet: 42 Kilometer Laufen, 3,8 Kilometer Schwimmen und 180 Kilometer Radfahren, und das alles ohne Pause. Das fordert tägliches Training im Hide Park und im Schwimmbad. Dafür investiert der beinharte Akteur zwanzig Stunden in der Woche vor dem Dienst. Dreimal startete er bei den Weltmeisterschaften und dann, so zeigt es ein großes Bild im Büro bei der Zielankunft unter der Zeituhr, schaffte er den Ironman in elf Stunden. Forte ist ein Ironman, ein Mann aus Eisen, sonst hätte er nicht wenige Monate nach dem Ausverkauf seiner Hotelgruppe wieder neu begonnen. Die Megakette der Übernachtungsbranche wurde von Granada übrigens zerschlagen, verkauft und brachte letztendlich weniger Erlös als die Übernahme gekostet hatte. Die Sturmflut in britischen Blättern hatte sich noch nicht gelegt, als der Herbst ins Land zog. Da präsentierte Sir Rocco mit einem Doppelschlag The Balmoral in Edinburgh und das Savoy in Florenz als Startsignal in die Zukunft. Einmal England, einmal Italien, das ist die Mischung, die sein Leben bestimmt.
 

Das vollständige Portrait lesen Sie in der HIGH LIFE Ausgabe Heft 16, erhältlich in unserem Online-Shop, einfach auswählen und bestellen, oder genießen Sie HIGH LIFE dreimal im Jahr im kostengünstigen Abonnement frei Haus.

 

SIR ROCCO FORTE

Das „Brown’s Hotel“ ist Sir Roccos elegante Adresse in London.

„Villa Kennedy“ in Frankfurt

Mit der Eröffnung der „Villa Kennedy“ in Frankfurt feierten die Rocco Forte Hotels ihre Deutschland-Premiere.
 

Das Haus überzeugt mit seiner stilvollen Symbiose aus Tradition und Moderne.

Das Hotel Astoria

... gehört zu den luxuriösesten Adressen in St. Petersburg.

„The Charles“ in München

Mit der Neueröffnung des „The Charles“ in München erweitert Sir Rocco Forte seine Deutschland-Präsenz nach der „Villa Kennedy“ in Frankfurt und dem „Hotel de Rome“ in Berlin um ein drittes Hotel.

 

 www.roccofortecollection.com

 

 

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