
Gesunden im Schwarzwald
Prof. Dr.
Jörg Th. Fischer leitet seit drei Jahren die Max Grundig Klinik
auf der Bühlerhöhe
Was für ein beruhigender Ort, wenn man Grund hat, sich um seine
Gesundheit zu kümmern. Die Natur empfängt Ankömmlinge hier oben,
auf dem Kamm des nördlichen Schwarzwalds, mit viel Schönheit, „und
seine Geschichte“, schmunzelt Prof. Dr. Th. Fischer, „ist
filmreif.“
TEXT: GÜNTER NED
| FOTOS: YDO SOL / MAX
GRUNDIG KLINIK
Carlo Karrenbauer
hat die Entstehung der Bühlerhöhe in seinem Roman „Hübschels
Tochter“ geschildert. Wirklich romantisch: Junge Frau aus reichem
Haus wird einem Mann vermählt, zu dem sie keine Neigung hat,
findet mit einem Offizier die Liebe ihres Lebens, der Rittmeister
stirbt, die Geliebte gedenkt seiner, indem sie auf der
Schwarzwaldhöhe ein Genesungsheim für höhere Offiziere bauen
lässt, dazu ein Sanatorium. Das war 1910. Nach dem Ersten
Weltkrieg wurde aus dem Komplex ein renommierter Heil- und
Kurbetrieb, nach dem Zweiten auch ein kulturelles Highlight –
Künstler, Politiker, Wissenschaftler fanden sich nicht nur aus
gesundheitlichen Gründen ein, sondern auch, um öffentliche,
bundesweit beachtete Gespräche zu führen. 1986 kam der
entscheidende Sprung in die Gegenwart. Max Grundig kaufte die in
finanzielle Nöte geratene Bühlerhöhe, machte aus dem ehemaligen
Genesungsheim das heutige Schlosshotel, und brachte das Sanatorium
als Max Grundig Klinik wieder zu exzellentem Ruf. Grundig starb
1989, die Grundig-Stiftung ist heute Trägerin der Klinik.
Professor Fischer leitet sie seit Januar 2005. Sein Büro ist
voller Licht, weißer Teppichboden, weiße Wände, geschmückt mit
exquisiter zeitgenössischer Kunst, ein Lüpertz hängt hier im
Original. Helle heitere Eleganz überall, die frische
Freundlichkeit wird uns durchs ganze Haus begleiten. Wunderbar der
Schwarzwaldblick, ihn haben auch die Patienten von vielen der 95
Zimmer und Suiten. Er geht hinunter ins Bühlertal, bis in die
Rheinebene und zu den Vogesen, sogar Strasbourg kann man bei
günstigem Wetter sehen: „Wir haben versucht, die Landschaft hier
hereinzuholen.“
Professor Jörg Fischer war zuletzt zwanzig Jahre lang Leiter der
Hämatologie und Onkologie im Städtischen Klinikum Karlsruhe, hatte
Professuren an den Universitäten von Düsseldorf und Freiburg. Auf
der Bühlerhöhe war er schon wiederholt konsiliarisch tätig. Dass
er schließlich ganz herauf kam, hat seinen Grund nicht zuletzt in
den immensen Möglichkeiten, den Patienten hier ohne Druck in
umfassender Weise medizinische First-Class-Versorgung zukommen zu
lassen. Nicht weniger wichtig: Sie leben dabei wie in einem
Luxushotel. „Wir haben 90 Betten, nur Privatpatienten, private
Trägerschaft, keine Notaufnahmen. Wir sind eine gemischte
Einrichtung mit Rehabilitation und Akutmedizin, machen sehr viel
präventive ambulante Vorsorgeuntersuchungen, Check-ups, haben eine
hervorragende Ausstattung und, ja, nicht die Querelen, die heute
die allgemeine Medizin und das Krankenhauswesen plagen mit immer
kürzeren Liegezeiten etc. Wir haben wirklich die Zeit, auf unsere
Patienten einzugehen.“ Zeit auch, als Fachklinik für innere
Medizin Menschen, die mit ihren gesundheitlichen Problemen
und Vorsorgebedürfnissen kommen, auf Hochleistungsniveau zu
behandeln.
Die Max Grundig Klinik wurde 2005 als eine der ersten in
Deutschland von der Europäischen Stiftung für Qualitätsmanagement
(EFQM) als „committed to excellence“ ausgezeichnet, im Jahr darauf
nach KTQ (Kooperation für Transparenz und Qualität im Krankenhaus)
zertifiziert. Breit das Spektrum: „Ein Schwerpunkt sind
orthopädische Rehabilitationen nach TEP, also nach Hüft- und
Kniegelenkersatz, und nach Wirbelsäuleneingriffen. Wir sind für
kardiologische Reha zugelassen, sehen Patienten nach
Tumor-Operationen, machen auch Chemotherapie“, wobei in letzterem
Fall so behandelt werde, dass der Patient die Therapie auch gut,
also ohne Übelkeiten und Schmerzen, verträgt. Enorm großzügig bei
90 Betten die personelle Ausstattung. Professor Fischer: „Wir
haben drei Oberärzte, einen Gastroenterologen, einen Kardiologen,
einen für Psychosomatik, er behandelt zum Beispiel Menschen mit
Burnout- und Erschöpfungszuständen, auch mit
Abhängigkeitsproblemen.
Für die Onkologie ist sehr günstig, dass er die ganzen Ängste und
Traumatisierungen durch Tumorerkrankungen auffangen kann. Dazu
haben wir acht Assistenzärztinnen und -ärzte mit breiter
Ausrichtung, das sind Anästhesisten, Endokrinologen, Nephrologen,
Osteologen, wir haben eine Onkologin, eine Fachärztin für innere
Medizin und Psychiatrie, einen Internisten, der auch Neurologie
und Parkinson macht, einen Angiologen – also wir decken das Gebiet
der inneren Medizin sehr gut ab.“ Zwanzig vorzüglich ausgebildete
Schwestern ergänzen das Team, „so dass wir unser Ziel, unsere
Patienten zu pflegen, ihnen zuzuhören und sie zu versorgen, sehr
wohl erfüllen können“. Luxuriös dabei: Wer in die Max Grundig
Klinik kommt, wird nicht nur als Patient verwöhnt, sondern auch
wie der Gast eines Fünf-Sterne-Hotels.
Man wohnt in Zimmern und Suiten, von denen jede
Krankenhausatmosphäre fern bleibt. Sie haben Teppichböden, man
liegt grundsätzlich alleine oder mit dem begleitenden
Lebenspartner. Es gibt eine Art Präsidentensuite im Dachgeschoss
mit großem Schlafzimmer, Büro, Konferenzzimmer, Salon etc.,
grandioses Naturpanorama inklusive. Vorzüglich das Restaurant,
Zimmerservice ist selbstverständlich, die mehrgängigen Menüs für
Lunch und Dinner werden gern auch in privater Atmosphäre serviert.
Die Galerien mit den Zimmern gehen von einem dreigeschossigen
Atrium mit Glaskuppel ab, es hat Loungecharakter, dient
aber immer wieder auch als Schauplatz kultureller Veranstaltungen.
Herrlich die heilsame Luft im Wald vor der Haustür.
Das Publikum ist international. Patienten schätzen, dass sie
alles, was sie medizinisch brauchen, unter einem Dach vorfinden,
sie bekommen zügig Termine, verlieren keine Zeit in Wartezimmern,
für medizinische Leistungen, die außerhalb der Klinik notwendig
werden, gibt es ein Netz erstklassiger Partner. Viele Unternehmen
schicken regelmäßig ihre Leitungskräfte zur Vorsorge, auch
zahlreiche Ärzte sind unter den Stammgästen, „was uns besonders
stolz macht“.
Perfekt die medizinisch-technische Ausstattung von den Laboren
über die physiotherapeutische Abteilung und das
intensivmedizinische Equipment in den beiden Überwachungszimmern
bis zur Röntgenabteilung mit offenem Kernspintomographen (kein
Grund mehr zur Platzangst). Der Flughafen von Baden-Baden macht
die Anreise im Privatjet mühelos, und wer seinen Terminablauf
unter der Woche keinesfalls stören will: Für die Zukunft sind auch
Checks am Wochenende geplant.
Die Max Grundig Klinik will Hochleistungsmedizin in menschlicher
Atmosphäre und mit persönlicher ärztlicher Zuwendung bieten. Die
fabelhafte Lage der Bühlerhöhe, von der Erbauerin schon zur
vorletzten Jahrhundertwende mit Bedacht gewählt, tut das ihre.
Professor Jörg Fischer: „Hier ist die Luft anders, das Wasser, die
Landschaft hat einen enormen Einfluss auf die Menschen. Sie kommen
von der Krankheit weg.“
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