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HEFT 16 | FRÜHJAHR 2008   

 

 

Foto: www.MCLaren.com
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Lewis Hamilton
Was für ein Jahr!

Lewis Hamilton hat es nicht geschafft, die Sensation nicht perfekt gemacht, er wurde in seinem ersten Jahr nur Vizeweltmeister. Nur? Die Gier nach immer neuen Rekorden lässt schnell vergessen: Hier hat ein Debütant Leistungen gebracht wie keiner vor ihm - und uns dabei mit seinem Charisma verzaubert.

TEXT: GÜNTER NED | FOTOS: GETTY IMAGES

Da war noch alles offen: Freitag, 19. Oktober 2007, großer Preis von Brasilien, 17. und letztes Rennen der Saison, erstes freies Training. Lewis Hamilton nutzt es, um sich locker aufzuwärmen. Rivale Fernando Alonso bleibt in der Box. Die Situation ist spannend wie schon lange nicht mehr in der Formel Eins. Zum ersten Mal wieder seit 1986 können im letzten entscheidenden Rennen drei Fahrer Weltmeister werden: Hamilton und Alonso, die beiden Stallgefährten von McLaren-Mercedes, Kimi Räikkönen, der "Iceman" aus Finnland. Aber die öffentliche Meinung hat sich so gut wie entschieden. BILD-Leser waren sich sicher: "Lewis Hamilton wird Weltmeister." Auch für viele Fahrer und Teamchefs war der Sensations-Rourkie Favorit, und die Fanwelt wollte es nicht anders: Ein spektakuläres Rennjahr - keiner hatte es so erwartet nach dem Abgang von Michael Schumacher - sollte mit einem Happy End für den ersten schwarzen Fahrer der Königsklasse im Rennsport gekrönt werden. Was für eine Situation für den 22-jährigen Briten, was hatte er aus seinem Anfängerjahr gemacht!

Wie zurückhaltend hatte sich sein Teamchef und Ziehvater Ron Dennis noch zu Beginn der Saison geäußert: "Lewis hat diese Chance verdient, aber es wird hart für ihn werden in den ersten Rennen. Man kann von ihm nicht erwarten - und wir tun es auch nicht - dass er sofort Spitzenleistungen bringt." Dennoch sei es nicht unrealistisch, in seiner Debüt-Saison mit einem Sieg von ihm zu rechnen, "wenn wir ein starkes Auto haben, aber sicher nicht in der ersten Hälfte der Saison". Wie fürsorglich klingt das, wie bemüht, den Druck auf den Neuling so gering wie möglich zu halten. Inzwischen konnte man erfahren, dass man hinter den Kulissen nicht ganz so dachte.

Im September wurde eine Äußerung von Hamiltons Renningenieur Phil Prew bekannt: "Ron (Dennis) und Martin (Witmarsh, CEO von Vodafone McLaren Mercedes) gaben mir im November 2006 den Job, Lewis von einem GP2-Fahrer zu einem Formel-Eins-Fahrer umzuformen. Tatsächlich war das Briefing etwas spezifischer: Ich sollte ihn fit dafür machen, in Melbourne auf dem Podium zu stehen." Und Martin Witmarsh erläuterte genauer, warum man dem frischgebackenen GP2-Champion die Chance gab: "Lewis hat sich mit eigener Kraft zu dem Fahrer gemacht, der er heute ist. Er hat die ganze harte Arbeit gemacht. Wir gaben ihm lediglich die Unterstützung und die Struktur, in der er seine Fähigkeiten schleifen konnte. Vom ersten Tag an hat uns Lewis mit dem hohen Level seines Einsatzes beeindruckt. Hätte er das nicht getan, hätten wir keinen Penny in ihn investiert."

Wir wissen heute, wie sehr Lewis Hamilton die Erwartungen nicht nur erfüllte, sondern wie atemberaubend er sie übertraf. Er stand nicht nur beim Auftakt in Australien auf dem Treppchen, er etablierte sich dort für die weiteren vier Rennen, und das darauffolgende, den Grand Prix von Kanada, gewann er bereits - da war gerade mal das erste Drittel der Saison gelaufen. Schon nach dem vierten Rennen, dem Grand Prix von Spanien, führte er die Gesamtwertung an, und seit er nach Kanada auch gleich noch in Indianapolis siegte, gab er die WM-Führung bis vor dem letzten Rennen in São Paulo nicht mehr ab. Dort gab es am Freitag im zweiten freien Training eine leichte Irritation. Lewis unterlief der Fehler mit dem Regenreifensatz - es war nicht unbedingt ein schlechtes Vorzeichen. Man konnte es eher als typisches Bild lesen.

Hamilton hatte zuvor schon Rückschläge eingesteckt - um danach nur um so brillanter wieder aufzutreten. Nach dem Trainingscrash beim Großen Preis von Europa am Nürburgring ging er leicht verletzt an den Star und wurde immerhin Neunter. Beim nächsten Rennen in Ungarn sah er wieder als erster die Zielflagge. Und auch widrigste Umstände beim Regen-Grand-Prix in Japan verwandelte er in einen Triumph: Platz eins auch im Land der aufgehenden Sonne.


Wie hier nach dem Sieg des Grand Prix von Indianapolis wollte Lewis Hamilton eigentlich die Formel-1-Weltmeisterschaft als jüngster Champion aller Zeiten feiern.

 

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Lewis Hamilton

Foto: www.MCLaren.com

Zur ganz großen Sensation hat es letztlich in der Formel 1 nicht gereicht, um Haaresbreite verfehlte Lewis Hamilton den Gewinn der Weltmeisterschaft.

Lewis Hamilton und sein Ziehvater und McLaren-Mercedes-Chef Ron Dennis.

Grand Prix von Shanghai

Lewis Hamilton fährt beim Grand Prix von Shanghai ins Kiesbett und scheidet aus.

Ein Herz und eine Seele:

Lewis und sein gelähmter Bruder Nicholas
beim Grand Prix von Belgien.

Nostalgischer Auftritt:

Hamilton im Go-Cart bei den Champions Young Karters vor dem Grand Prix am Nürburgring.

Das Publikum liebt Lewis Hamilton.



www.lewishamilton.com

 

 

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