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HEFT 16 | FRÜHJAHR 2008   

 

 

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Vollblut DBS
James Bonds neuer Aston Martin geht in Serie

René Staud fotografierte den Aston Martin DBS. Seine mystischen Szenerien fand er unter anderem in Prag.

TEXT: GÜNTER NED

Aston Martin und 007 – eine unendliche Geschichte. Keine Verfilmung der legendären Agenten-Thriller von Ian Fleming ist denkbar, ohne dass der Held, ob er von Sean Connery, Roger Moore, Pierce Brosnan oder nun, in Casino Royal, von Daniel Craig gespielt wird, mit einer spektakulären Ausgabe des britischen Edelsportwagens auftritt. Für Casino Royal baute Aston Martin einen Prototyp, der nun als DBS in Serie geht. Das Modell muss in seinem nichtfiktiven Leben zwar ohne Pistolen- und Schalldämpfer-Set, ohne ferngesteuertes Wiederbelebungsgerät auskommen. Aber es verwöhnt seinen Besitzer mit unwider-stehlicher ästhetischer und fahrtechnischer Brillanz.

Mit dem DBS will Aston Martin „die Lücke zwischen Straße und Rennkurs, zwischen DB9 und DBR9 überbrücken“. Er wird, nicht ohne Enthusiasmus, als Vollblut vorgestellt, das sich auf einer kurvigen Bergstrecke so zu Hause fühlt wie auf der offenen Straße. Der Aston Martin „ist, von einer 6-Liter-V12-Maschine angetrieben, ein aus dem Rennen geborener Zweisitzer, geformt nach den aerodynamischen Maßgaben, wie sie High Performance fordert. Sein exquisites Interieur vermählt schöne, von Hand gefertigte Materialien mit dem neuesten Stand der Fahrtechnologie. Die Kombination von elegantem Design, innovativen Manufaktur-Prozessen, Materialien und Komponenten, die aus der Rennerfahrung stammen, dazu Aston Martins unbestrittene handwerkliche Expertise machen den DBS zu einem Luxussportwagen, der seinesgleichen sucht“, so die britische Fahrzeugschmiede.

Tatsächlich muss die Nähe des neuesten Straßenmodells von Aston Martin zu seinen Rennversionen auf jeden potenziellen DBS-Besitzer stimulierend wirken. Der DBR9 und der DBRS9 haben die gleiche 6-Liter-V12-Maschine wie der DBS, nur mit dem Unterschied, dass die Rennantriebe auf über 600 PS hochgetunt werden, während der DBS auf – immerhin – 517 PS stehen bleibt.

Aber bereits diese Horse Power macht ihn – wie der passionierte Aston-Martin-Fotograf René Staud schwärmt – „zu einem Vollblut, das man eher zügeln will, als dass man ihm die Sporen gibt“. Aber auch Fahrer, die mit einem High-End-Sportwagen wie dem DBS gern an die Limits gehen, haben ein Gefährt unter sich, das mit viel Sicherheitsbewusstsein auf die Piste geht. Unter dem Motto „herausragende Power bei höchster Kontrolle“ haben die Konstrukteure dem neuesten James-Bond-Begleiter einige Wundermechanismen verpasst, die ihn intelligent auf der Spur halten. Sein adaptives Dämpfer-System (ADS) zum Beispiel passt sich automatisch der Fahrweise an, schaltet sich von „sanft“ auf „fest“, wenn der Fahrer Lust verspürt, die Rennqualitäten des DBS auszutesten, und stellt dabei maximale Kontrolle sicher. Unterstützung gibt in solchen Phasen das Dynamic Stability Control System (DSC). Es sorgt in Momenten, wo der Fahrer die grenzwertigen Herausforderungen sucht, für maximale Traktion. Bei wirklich gefährlichen Operationen schaltet es sich automatisch ein. Sonst wird es vom betont sportlichen Fahrer selbst aktiviert, und dann sorgt das DSC für erhöhte Wachsamkeit aller eingebauten Sicherheitssysteme.

Die brillante Performance verdankt der DBS exzellenter Konstrukteurskunst, nicht zuletzt seiner Leichtbauweise aus Aluminium und Kohlefaser, die gleichwohl feste Struktur und optimale Balance zwischen Kraft und Masse sicherstellt. Das Gewicht wurde auf ein Minimum reduziert, gleichzeitig schaffte man seine ausgewogene Verteilung zwischen dem Motor, der mittig in der Front, und dem Getriebe, das mittig im Heck sitzt. 85 Prozent des Gewichts sitzen innerhalb des Fahrgestells.

Bleibt bei aller technischen Perfektion: Der DBS wäre kein echter Aston Martin, würde er sich nicht auch als aufsehenerregende Schönheit präsentieren. Bei Aston Martin wird man fast poetisch, wenn man seine Ästhetik nach vorne bringt: „Das Design drückt das enorme Potenzial des Wagens aus – mit einem verführerischen Fluss, der seine Aggressivität ebenso verkörpert wie seine kraftvolle Entschlossenheit. Die Karosserie des DBS ähnelt einem gutgebauten Athleten in einem hautengen Dress. Wie eine straff gezogene Hülle liegt sie den Muskeln an, die unter ihr arbeiten. Ausdruck dafür: stramme Linien und kraftvoll skulpturierte Flanken.“

Aston Martin und René Staud – das ist eine Geschichte fotografischer Highlights. Der von Autos leidenschaftlich inspirierte Kamerakünstler ist ein Meister darin, die Schönheit des britischen Sportwagens ins rechte Licht zu rücken. Dabei erzählt er immer hübsche Geschichten. Gerade erst hat er auf Island den Aston Martin V8 Vantage Roadster als Feuer- und Eisgeburt inszeniert, nun verschafft er dem DBS einen Auftritt in nicht weniger stimmungsvollem Milieu. Staud: „Ich wollte die Brücke zu Casino Royal schlagen und den DBS an allen Schauplätzen fotografieren, die der Film zeigt. Das erwies sich dann aber als sehr schwierig, und schließlich haben wir uns auf den Anfang konzentriert, und der spielt bekanntlich in Prag.“

Bei aller Nähe zum neuesten James-Bond-Streifen – großen Reiz schöpft Stauds DBS-Fotografie aus einem Unterschied: 007-Akteur Daniel Craig jagt den Aston Martin – es liegt ja auch nahe – auf regennasser Straße mit rasanter Geschwindigkeit durch die Landschaft. Staud macht das Gegenteil: Er setzt den DBS in die Stille. Der Wagen wartet unbewegt in menschenleeren Szenerien. Gefunden wurden sie unter anderem in Prag und in der tschechischen Stadt Kolin. Und Staud erzählt seine Geschichte vom DBS mit Bildern, deren Suggestivkraft man sich schwer entzieht.

 

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Aston Martin und René Staud – das ist eine Geschichte fotografischer Highlights

Staud erzählt seine Geschichte vom DBS mit Bildern, deren Suggestivkraft man sich schwer entzieht: „Für mich findet der DBS dort statt, wo andere Autos gar nicht existent sind, wo sie sich schon nicht mehr hin trauen. Deshalb habe ich ihm diese fast gruselige, mystische Atmosphäre gegeben, die vielleicht an den, Dritten Mann‘ oder an ,Harry Potter‘ erinnert. Das Wetter ist bedrohlich, es erinnert an Stimmungen, wie sie bei Blitz und Donner entstehen. Es braut sich etwas zusammen über Prag und James Bond. Aber wir wissen ja: 007 widersteht Gefahren und Bedrohungen in allen Lebenslagen.“ Wie? Das suggeriert der Aston Martin. Der unbesiegbare Held schwingt sich auf sein Vollblut, gibt Gas und rast ins Freie.

Aston Martin DBS

2-türiges Zweisitzer-Coupé
Karosserie aus Aluminium und Kohlefaser
Länge: 4721 mm
Breite: 1905 mm (ohne Seitenspiegel)
Höhe: 1280 mm
Fahrgestell: 2740 mm
Motor: 6 Liter V12 mit 517 PS
Höchstgeschwindigkeit: 302 km/h
Beschleunigung: 0–100 km/h in 4,3 Sek.
Handgeschaltetes Sechs-Gang-Getriebe
Interieur aus Semi-Anilin-Leder und Alkantara
Sportsitze mit zehnstufiger elektrischer Anpassung

 






 


www.aston-martin.com

www.renestaudphotography.com
 

 

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