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HEFT 9 | HERBST 2005

 

 

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Mann von 8000 Touren
Maserati-Chef Karl-Heinz Kalbfell im Interview

Maserati hat eine rasante Geschichte. 1914 gegründet, schickte das Werk 1926 mit dem Tipo 26 seinen ersten reinrassigen Rennwagen auf die Piste. Maseratis Rennerfolge sind legendär. Ab 1957 baute man Straßenversionen in größerer Stückzahl. Maseratis Relaunch läuft seit 1997, da beteiligt sich Ferrari mit 50%. Das Werk in Modena wird umstrukturiert, man montiert neue Produktionsanlagen, 1999 übernimmt Ferrari die restlichen 50% der Anteile. Schlag auf Schlag stellt Maserati jetzt den neuen Spyder, das Coupé, den GranSport und den neuen Quattroporte vor. Seit 2005 startet Maserati als eigenständiges Unternehmen innerhalb der Fiat Holding durch. Maseratis Motoren werden nach wie vor von Ferrari gebaut. Maseratis neuer Aufbruch hat einen deutschen Antrieb: Karl-Heinz Kalbfell.

INTERVIEW VON: GÜNTER NED FOTOS: YDO SOL UND MASERATI


Hatten Sie zu Maserati schon vorher eine Beziehung?


Wer kennt nicht Maserati? Und mein erster Eindruck von italienischen Sportwagen, das waren diese schönen Comics aus den 30er Jahren mit diesen schönen roten Grand-Prix-Wagen von Alfa Romeo. Maserati und Alfa Romeo, das ist einfach die Ursubstanz sportlicher Autos. ...

Was hat Sie am neuen Job ganz besonders gelockt?

Man muss ja immer noch den Spaß an der Arbeit behalten. Klar, wenn es mir darum ginge, einen gesicherten Posten zu haben, dann hätte ich es sicher in der vorherigen Firma leichter gehabt. ...

Worin lag diese spezielle Herausforderung?

Ich habe mich mein Leben lang mit edlen Marken beschäftigt, mit BMW, mit Rolls Royce, mit all den englischen Marken, die man da eine Zeitlang im Portfolio hatte, und da war halt immer auch der Gedanke: Mensch, Ferrari zu machen oder sowas, das wär’s nochmal - obwohl [schmunzelt], Ferrari kann nur ein Italiener machen, oder ein italienischer Franzose - also etwas, wo man einfach sagt, Mensch, da kannst nochmal anpacken. ...

Wenn man sich hier im Werk bewegt und mit den Menschen spricht, spürt man: Für Maserati ist eine Zeit der großen Veränderungen angebrochen. Was steht da an?

Ach, das ist ganz positiv, denn Maserati hat unter den Fittichen von Ferrari ja sehr großen Erfolg, man denke nur an den Quattroporte. Das ist für mich das sensationellste Auto der Gegenwart. Aber wir sehen bei Maserati eben noch erhebliche Wachstumschancen, weltweit, während Ferrari in einer Größenordnung etabliert ist, die zum ganzen Geschäft passt. Und wenn Sie nach Veränderungen fragen, es geht um Wachstumsveränderungen. ...

Was bedeutet es für Sie persönlich, in Italien zu arbeiten? Sind Sie zum ersten Mal für längere Zeit hier?

Ich hatte auch zu meiner Rennsportzeit italienische Teams, das ist also für mich nichts neues, aber es ist schon noch etwas anderes, selbst im Land zu leben. Man kriegt Variationen von Feinheiten mit, die einem sonst verborgen bleiben, diese unheimlich elegante, lockere Lebensart zum Beispiel. Hier ist man [schnipst mit dem Finger] auf 180 und genauso schnell auch wieder runter auf 60. Man kennt hier nicht dieses tiefe Beleidigtsein. Da gibt’s mal einen ordentlichen Wirbelsturm und fünf Minuten später ist alles so, als wär’ nichts gewesen. Ich habe hier einfach mit tollen Leuten zu tun. Und dann dieses wunderbare Essen, und, nicht zu vergessen, die Weine - es ist schon so was wie ein vorgezogenes Paradies. Das möchte ich allerdings nicht so ohne weiteres aufs Arbeiten beziehen. Mein Arbeitstag hier zum Beispiel wird im Vergleich zu meinen früheren Tätigkeiten um ein Vielfaches überschritten. ...


» Meine ursprüngliche Wesensart
liegt bei mindestens
8000 Touren. «

Das vollständige Porträt über Maserati-Chef Karl-Heinz Kalbfell lesen Sie in der HIGH LIFE Ausgabe Heft 9, erhältlich in unserem Online-Shop, einfach auswählen und bestellen, oder genießen Sie HIGH LIFE dreimal im Jahr im kostengünstigen Abonnement frei Haus.

 

Maserati-Chef Karl-Heinz Kalbfell im Interview

Maserati-Chef Karl-Heinz Kalbfell
Er hätte es so schön haben können: Als Vorstandsvorsitzender von Rolls-Royce gelassen chauffiert im Fond der britischen Edellimousine. Aber Karl-Heinz Kalbfell kann nach 27 Jahren bei BMW von seiner Leidenschaft für hohe Drehzahlen nicht lassen. Anfang 2005 ließ der  55-jährige Top-Manager seinen Emotionen freien Lauf und nahm eine echte Heraus-forderung an:  Als Chef von Alfa Romeo und Maserati neue Verkaufserfolge einzufahren. Wir sprachen mit Karl-Heinz Kalbfell in Modena, im Stammsitz von Maserati.

Eleganter Zweisitzer

Eleganter Zweisitzer
Der neue Spyder schreibt die lange Tradition der Maserati-Cabriolets fort.

Das Maserati Coupé

Das Maserati Coupé

„Schafft den Spagat zwischen purem
Sportwagen und komfortablem Reisecoupé
mit Platz für vier Personen.

Maserati GranSport

Das Coupé in seiner sportlichsten
Version.

Maserati GranSport

von Sieg zu Sieg

Der MC 12

Der MC 12 rast für Maserati von Sieg zu Sieg (630 PS, Beschleunigung
von 0 auf 100 km/h in 3,8 Sekunden).

Maserati-Werk in Modena.

Der Quattroporte

Karl-Heinz Kalbfell: „Das sensationellste
Auto der Gegenwart.

 

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