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Ciao, Giorgio!
Italien,
Filme & andere Leidenschaften
Ein Interview mit George Clooney
Was sind die wahren Leidenschaften eines Mannes der alles erreicht
hat in seinem Leben? Warum verbringt George Clooney mehr und mehr
Zeit in seiner Villa in Italien? Will er am Comer See nur Spass
haben oder will sich der wohl begehrteste Junggeselle aus dem
Filmgeschäft zurückziehen? Fragen wir Ihn doch mal!
TEXT: VON GÜNTER NED
FOTO OBEN: VON ANNIE LEIBOWITZ/AGENTUR FOCUS
GEORGE CLOONEY ERZÄHLT IM HIGH-LIFE-INTERVIEW, WARUM ER IMMER MEHR
ZEIT IN ITALIEN VERBRINGT. ER ERKLÄRT, WIE ER SEINE ROLLEN
AUSSUCHT, SPRICHT ÜBER SEINE FRUCHTBARE ZUSAMMENARBEIT MIT DEM
REGISSEUR STEVEN SODERBERGH ETC., KURZ: ER LÄSST EINEN BLICK IN
SEIN INNENLEBEN ZU, JENSEITS ALL DER SCHILLERNDEN AUSSENSICHTEN,
DIE ÜBER DEN CHARMANTEN HOLLYWOODSTAR GEHANDELT WERDEN.
George Clooney scheint ein
Workaholic zu sein. Die Geschwindigkeit, mit der bei ihm ein Film
auf den anderen folgt, jeder mit George Clooney in der Hauptrolle,
reicht längst an die Hochfrequenz eines Woody Allan heran.
Beeindruckend allein die Produktivität der letzten fünf Jahre:
Nach „Perfect Storm“ unter Regisseur Wolfgang Petersen („Das
Boot“,) folgten Schlag auf Schlag „Spy Kids“, „Ocean's Eleven“ (u.
a. mit Julia Roberts, Matt Damon, Brad Pitt, Andy Garcia), „Welcome
to Collinwood“, die Sience-Fiction-Romanze „Solaris“ mit Steven
Soderbergh, einem seiner Lieblingsregisseure.
2003 kam „Intolerable Cruelty“ heraus mit Catherine Zeta-Jones.
Soderbergh saß auch bei „Ocean‘s Twelfe“ (2004) auf dem
Regiesessel. Er produzierte soeben zusammen mit George Clooney „Syriana“,
Hauptrolle: George Clooney (spielt einen CIA-Agenten und nahm für
die Rolle 15 Kilo zu), und Soderberg wird auch „The Good German“
in Szene setzen, eine Story, in der Clooney einen Journalisten
mimt. Schauplatz: Berlin nach dem zweiten Weltkrieg. Der
Journalist macht seine frühere Geliebte ausfindig (gespielt von
Cate Blanchett, sie erhielt bekanntlich in diesem Jahr einen Oscar
für ihre Darstellung der Katherine Hepburn in Martin Scorseses „Aviator“)
und gerät prompt in eine Mordgeschichte. Drehbeginn soll im
September sein.
ZWISCHENDURCH SCHAFFTE DER HEUTE 44JÄHRIGE SCHAUSPIELER MIT
„Confessions of a Dangerous Mind“ auch noch schnell sein Debut als
Regisseur, nicht ohne Erfolg: Sam Rockwell gewann damit den Preis
für den besten Darsteller beim Berliner Filmfestival 2003. In
weiteren Rollen waren Julia Roberts und Drew Barrymore zu sehen
und in einer Nebenrolle George Clooney selbst, und so ganz
nebenbei führt der „Frauenschwarm“ auch noch diverse
Produktionsfirmen, eine davon eben mit Regisseur Steven
Sonderbergh. Eine stramme Serie also allein seit dem Jahr 2000.
Nun hat George Clooney zu Serien ja ein positives Verhältnis. Es
war die TV-Serie „ER“, eine der bisher erfolgreichsten der Welt,
die ihm zum Durchbruch verhalf. Clooney spielte in der Soap den
Dr. Doug Ross, fünf Jahre lang, und als 1999 die letzte Folge
gesendet wurde, war er ein Star. Es brach eine Zeit an, auf die
der bis dahin reichlich unbekannte Schauspieler lange gewartet
hatte. Clooney macht keinen Hehl daraus: Er mußte vorher lange
Jahre ohne Erfolg arbeiten und konnte nicht wählerisch sein bei
der Frage, welche Rolle nehme ich an, welche nicht.
ES MUSS EIN HERRLICHES GEFÜHL SEIN, NACH SOLCHEN DURSTSTRECKEN in
einem Interview sagen können: „Heute habe ich die Wahl. Heute kann
ich genau die Art von Filmen machen, die ich gerne selber sehen
möchte.“ Kein Wunder also, dass George‘s befreite Kreativität sich
seit Jahren in einer Dauerexplosion Luft macht. Kein Wunder aber
auch, dass ihm das gelegentlich Erschöpfungszustände einbringt:
„Ich hatte wirklich einiges zu tun und im Augenblick bin ich
einfach erschlagen“, sagte er vor nicht allzu langer Zeit einem
Journalisten, „alles, worauf ich mich jetzt freue, ist: vor dem
Fernseher sitzen, ein Bier trinken und zusehen, wie irgendjemand
einen schönen amerikanischen Schlager singt.“ Die Welt weiß
inzwischen, wo der Star mit dem aufreibenden Leben heute seine
Erholung sucht, und es ist kein amerikanisches Flair, das ihn dort
fasziniert: George Clooney lebt seit Jahren, wann er kann, auf
seinem Anwesen am Comer See, begeistert von der italienischen
Lebensart.
Das Magazin „Gala“, gewöhnlich gut informiert über die Interna der
internationalen Prominenz, schildert die Idylle: „Mühevoll
schleppt das alte Mütterchen ihre Einkäufe über die holprige
Straße. Da kommt ihr ein Mann zu Hilfe, greift die Tüten und trägt
sie bis vor ihre Haustür. Nichts Ungewöhnliches in einem Dorf wie
Laglio am Comer See, in dem sich alle kennen und helfen. Doch der
freundliche Tütenträger ist neu hier - und weltbekannt: Es ist
Frauenschwarm George Clooney. Der Hollywoodstar, 44, ist
inzwischen der beliebteste Bewohner des Orts. Woran das liegt,
weiß das Mädchen vom Kiosk: „Er ist so normal und höflich.“
NUN, DAS WAR VOR ZWEI JAHREN, UND INZWISCHEN SIND AUS DER EINEN
Villa zwei geworden, und die Welt weiß, dass die lombardische
Idylle längst Sprünge bekommen hat: Es gab heftigen Streit
zwischen Laglios Einwohnern. Grund: Der Mann aus Amerika wollte zu
den beiden Villen auch noch einen eigenen Strandabschnitt
besitzen, und den wollten ihm manche nicht gönnen. Er gehört ihm
jetzt trotzdem, und die Ehrenbürgerwürde hat man ihm auch
angetragen, aber ob es mit seiner Ruhe so klappen wird, ist die
Frage. Neuer Unmut schwelt. Seit Clooney am See wohnt, steigen,
hört man, die Grundstückspreise ins Unermessliche. Seine Freunde
und Filmpartner, heißt es, wollen sich jetzt auch hier ansiedeln,
und der berühmte Schauspieler tut, scheints, selbst nicht viel
dazu, den Beruf von seinem See-Refugium fernzuhalten. Für „Ocean‘s
Twelfe“ machte er seine Villa sogar zum Drehort - Schicksal eines
Stars.
Das vollständige Interview mit George Clooney lesen Sie in der HIGH LIFE
Ausgabe Heft 9, erhältlich in unserem
Online-Shop, einfach auswählen und bestellen, oder genießen Sie HIGH
LIFE dreimal im Jahr im kostengünstigen
Abonnement frei Haus.
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Sie verbringen
gerade immer mehr Zeit in Europa. Was mögen Sie an
Europa so? Gutes
Essen [lacht]. Nein. Ich habe das Glück, ein Zuhause in
Italien zu haben und dort etwas Zeit verbringen zu
können. Ich bin ein riesiger Fan von all dem. Ich bin in
Kentucky aufgewachsen. Also, als ich jung war, war ich
nicht viel auf Reisen. ... Worauf achten Sie, wenn Sie eine
Rolle aussuchen?
Wie wir alle wissen, gibt es so viele Dinge, die bei
einem Film schief laufen können, deshalb ist das
Wichtigste für mich immer das Drehbuch und dann der
Regisseur. Das sind die zwei Dinge, auf die es ankommt.
... Sie sind ein
bisschen der Cary Grant unserer Generation geworden.
Fühlen Sie sich jetzt wohler in dieser Art von Rollen
und in Komödien?
Du meine Güte. Es macht Spaß. Ich weiß
nicht. Es ist einfach immer eine Riesengaudi, das zu
machen. Für mich war „Solaris“ echt witzig [lacht]. Ich
habe eine Weile in Komödien gespielt. „Batman and Robin“
war einfach zum Schießen. Sehen Sie, ich liebe es in
Komödien zu spielen, und wenn man sie mit jemandem wie
Steven machen kann, hat man einfach totales Glück,
besonders wenn man mit Leuten wie Julia und Catherine
arbeitet, das ist einfach toll. ... |
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George Clooneys Villa in Lagio am Comersee.
Im Sommer vor
zwei Jahren haben Sie ein paar Monate frei genommen. War
diese Auszeit etwas, das Sie tatsächlich für sich selbst
tun mussten? Ja,
und es war das Beste, was ich je in meinem Leben gemacht habe.
Es verändert tatsächlich irgendwie dein Leben und nur weil ich
vom Fernsehen komme und alles für mich ein bisschen später
ablief, lebe ich in einer Welt, in der es heißt, sobald du
aufhörst zu arbeiten, bist du für immer arbeitslos. Deshalb
waren die einzigen echten Urlaube, die ich gemacht habe, immer
arbeits-bezogen, und in dem Sommer war ich so drauf: „Weißt du
was, ich gehe, ich habe ein Haus hier, ich gehe einfach“, und
ich habe drei Monate im Haus verbracht und habe einfach gar
nichts gemacht und das war das Beste, was ich je in meinem
Leben getan habe. ...
Wie erholen Sie sich, wenn Sie in Italien sind? Ich habe ein Boot. Na ja,
eigentlich ist es mehr ein großes Strandboot mit sechzehn
Sitzen. Es ist wie ein Party-Boot. Wenn wir Lust haben, in die
Stadt zu gehen, setzen wir uns einfach rein und fahren los
nach dem Motto „Komm, wir gehen in Harry’s Bar“. ... |
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George Clooney |
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Stressfreie Zone in der Villa: „Cheers“.
Wie schaffen Sie es, so boden-ständig zu bleiben?
Ich habe großartige Freunde, die mir sagen, dass ich ein Loser bin
[lacht]. ...
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Aber können Sie
sich vor-stellen, irgendwann einmal verheiratet zu sein,
mit zwei Kindern und einem Haus mit Vorgarten?
Den Vorgarten kann
ich mir nicht vorstellen. Den muss ich abschaffen [lacht].
Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, was ich tun werde.
Wissen Sie, was das Witzigste ist, von all dem, was ich
vor zehn Jahren gedacht habe, das ich tun würde, mache ich
eigentlich gar nichts. Man kann einfach nicht alles genau
planen. Man lebt einfach. ...
Wenn Sie die Chance
hätten, Ihr Leben nochmal zu leben, was würden Sie tun?
Würde ich alles
noch einmal machen? Ja, klar. Ich würde es schon allein
deshalb machen, um nochmal 21 zu sein – einfach aus Jux.
Klar gibt es Dinge, die man nochmal machen würde. Es gibt
einen Haufen Fehler, die man macht, und ich glaube, die
Wahrheit ist, dass sie einen genau dahin bringen, wo man
jetzt steht. Aber ich bereue eigentlich nichts, weder
persönlich noch beruflich. ...
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