
Design in den Genen
Zu Besuch bei
Attolini
Der Audi Q7 ist eine multiple Persönlichkeit, doch er demonstriert
überzeugend, wie offensives Design in der Lage ist, Identitäten,
die an sich divergieren, in ein komplexes dynamisches Profil zu
bannen. Der SUV mit den vier Ringen setzt einen Meilenstein auf
dem Weg des Automobils zum omnipotenten Alleskönner.
TEXT: GÜNTER NED
SIE VERSUCHEN DIE QUADRATUR DES KREISES, die Automobilhersteller
mit ihren SUVs, den immer weiter boomenden Sport Utiliy Vehicles.
Wozu man früher mindestens zwei bis drei verschiedene Autos
brauchte, das soll ein SUV jetzt ganz alleine leisten. Er soll
sportlich sein wie ein Roadster, geländegängig wie ein klassischer
Off-Roader, soll Luxus und Ästhetik bieten wie eine
Nobellimousine, Platz bereit halten für die Großfamilie oder einen
mittleren Umzug, dazu Sicherheit beim Crash wie ein
Formel-1-Monocoque. Dieser Trend hat zwischen den Spitzenmarken
einen rasanten Wettstreit um Perfektion und Omnipotenz in Gang
gesetzt, eine Entwicklung, an derem Ziel wir uns wohl das
allwissende, allgütige, allmächtige Ideal-Automobil zu denken
haben. Audi hat dabei mit seinem Q7 einen Schöpfungsakt
vollbracht, der die Branche auf dem Weg zur Vervollkommnung wohl
ein beträchtliches Ende weiter katapultiert.
Die Erfinder des „quattro“ setzen auch bei ihrem – wie sie es
nennen – „Performance-SUV“ den Design-Trend zum betont offensiven
Outfit fort. Und natürlich hindert auch beim Q7 die Form nirgendwo
die Funktion, aber sie folgt ihr keineswegs mit klassisch moderner
Strenge. Die Ästhetik darf ihr eigenes Spiel spielen. Das zeigt
sich in der Farbenvielfalt, die den Kunden zur Wahl steht, sie
können sich zwischen 11 Grundtönen entscheiden, drei davon gibt es
exklusiv nur für den Q7, das zeigt sich aber auch in der
Linienführung. Sie zitiert sophisticated die Kontur eines Coupés
und muss sich dann in puncto Sportlichkeit und Eleganz an solcher
Referenz natürlich auch messen lassen. Der Audi Q 7 hält da
durchaus stand.
Das Innenleben zeigt sich großzügig und fein, die Materialien
(Aluminium, attraktiver Kunststoff, drei verschiedene Hölzer) und
die Verarbeitung rücken den Audi-SUV bewusst in die Nähe von Audis
Toplimousinen. Die ausdrucksstarke Dynamik des Außendesigns
spiegelt sich wider in einem Antrieb, der an Sportlichkeit für ein
Sport Utility Vehicle nichts zu wünschen übrig lässt. Schon der
3.0-TDI-Sechszylinder beschleunigt den Audi Q7 bei 233 PS und
einem robusten Drehmoment von 500 Nm in 9,1 Sekunden auf 100 km/h.
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Ausgabe Heft 10, erhältlich in unserem
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