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Ein Leben im freien Fall
Vom Fallschirmspringer zum Pionier der Luftfahrt
Von weltweit 200.000
Fallschirmsportlern springen 800 nicht aus Flugzeugen, sondern von
"B"uildings (Gebäuden), "A"ntennas (Fernsehtürmen), "S"pans
(Brücken) und "E"arth, womit Berge gemeint sind. Diese
Extremathleten nennen sich B.A.S.E,-Jumper. König dieser Disziplin
ist der Österreicher Felix Baumgartner, der mit seinen Aerial
Stunts für weltweites Aufsehen sorgt.
Ein Bericht von Peter Unger
Der 35-jährige Salzburger hält im B.A.S.E.-Jump zwei Weltrekorde:
jenen für den Sprung vom höchsten Gebäude der Welt, den 452 Meter
hohen Petronas Towers in Kuala Lumpur, und jenen für den tiefsten
B.A.S.E.-Jump aus nur 29 Metern Höhe von der Hand der
Christusstatue in Rio de Janeiro - beide im Jahre 1999
aufgestellt. Sein bisher ehrgeizigstes Projekt war im vergangenen
Sommer die Überquerung des Ärmelkanals - ausgestattet mit nur
einem High-Tech-Flügel aus Kohlefaser und zwei kleinen
Sauerstoffflaschen. Mit der Überquerung des Ärmelkanals, einer
echten Pionierleistung, reiht sich Felix Baumgartner "als erster
fliegender Mensch" nahtlos in die Kette derer ein, die mit
spektakulären Aktionen Luftfahrtgeschiechte geschrieben haben.
Angefangen bei André-Jacques Garnerin, dem ersten (1797)
Fallschirmspringer, über die Brüder Wilbur und Orville Wright mit
dem ersten wirklichen Flug einer "bemannten Flugmaschine" (1903)
bis zu Charles Lindbergh mit dem ersten Alleinflug über den
Atlantik (1927) - um einige der bedeutendsten zu nennen. Nicht zu
vergessen Louis Blériot, dem am 25. Juli 1909 die erste
Überquerung des Ärmelkanals gelang. Sein Flug dauerte 37 Minuten,
der von Felix Baumgartner aus 10.000 Metern Höhe genau 6 Minuten
und 22 Sekunden. Der Profi aus der Alpenrepublik erreichte dabei
auf der Strecke zwischen Calais und Dover (35 Kilometer)
Spitzen-geschwindigkeiten bis zu 360 Stundenkilometern. Felix
Baumgartner: "Das war weltweit der längste freie Fall."
Angefangen hatte alles mit einem Anruf von zwei Münchner
Technikstudenten, die einen starren, deltaförmigen
Kohlefaserflügel von hundertfünfundvierzig Zentimeter Spannweite
entwickelt hatten. Konstruiert hat ihn schließlich der 76-jährige
Österreicher Rüdiger Kunz, weltweit einer der führenden
Aerodynamiker. Kunz hat unter anderem an der Entwicklung des
Eurofighters mitgearbeitet. [...]
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