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Gepflegter Auftritt
Die Kunst der handwerklichen Schuhmacherei
Ein guter Schuh ist nicht nur ein Blickfang, sondern zweifellos
auch ein Spiegelbild der Persönlichkeit. Schon Leonardo da Vinci
erkannte: "Ein Fuß ist ein Kunstwerk aus 19 Muskeln, 26 Knochen
und 107 Bändern. Ein Kunstwerk braucht einen Rahmen, keinen
Käfig."
Text:
Günter Ned
Bedenkt man, dass Bootmaker wie John Lobb in London ihr Geschäft
heute in der 4. Familiengeneration führen, dann steht Axel Himer,
37, in Baden-Baden nicht nur wegen seines jugendlichen Alters als
Youngster da. Er ist der erste Schuhfreak in seiner Familie,
seinen ersten Maßschuh machte er 1986, sein Aufstieg zur Top-Etage
der internationalen Schuhmacher-Elite war entsprechend raketenhaft.
Längst hat er Kunden auf dem ganzen Globus, von Japan bis New
York.
Verschieben wir den Blickwinkel vom Kunstwerk Fuß auf das
Handwerks-kunststück Schuh, dann gilt: Der Schuh trägt seinen
Rahmen in sich. Was aber genau ist am Schuh der Rahmen?

Er ist beim Schuh nichts Starres, vielmehr ein Lederstreifen (aus
dem Bauchbereich der Rinderhaut geschnitten, zirka 18 mm breit und
3 mm dick), den der Meister jetzt auf den umgebogenen Schaft und
zugleich auf die darunter liegende Brandsohle näht. Dadurch setzt
er einen Lederrand auf, der entlang der Kante ein mal um die
Sohlenfläche läuft (der Absatzbereich wird in der Regel
ausgespart, oft läuft der Rahmen aber auch ganz herum). Erst auf
diesen Rahmen wird - nach Zwischenschritten - die Laufsohle
genäht. Dann baut man den Absatz auf, und bald ist der Schuh
bereit für Finish und Politur. [...]
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