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GOODWOOD
Die zehnte
Ausgabe des legendären "Festival of Speed"
Jedes Jahr treffen sich Mitte Juli mehr als einhunderttausend Auto
Maniacs auf dem herrschaftlichen Anwesen des Earl of March and
Kiurara in Chichester, sechzig Meilen südlich von London, um hier
seltene Automobilklassiker und legendäre Fahrer live beim
"Festival of Speed" zu erleben.
Fotos: Uli Jooß
Die Geschichte von
Goodwood begann 1948 auf einem verwaisten Feldflughafen der Royal Air
Force, als hier der exzentrische Großvater des heutigen Earls eine
Rennstrecke errichtete. "Meine Herren, Auto fahren ist lebensgefährlich.
Lassen Sie uns dafür sorgen, dass es so bleibt", wird der neunte Duke of
Richmond & Gordon gerne zitiert. Seine Rennveranstaltungen gerieten
immer wieder in die Schlagzeilen, da auf dem halsbrecherischen Parcours
regelmäßig spektakuläre Unfälle passierten.
1966, nach einem tragischen Unfall von Stirling Moss, wurde die
Rennstrecke folgerichtig geschlossen. Doch der heutige Earl of March
muss das Benzin im Blut von seinem Großvater geerbt haben, denn 1993
rief er das "Festival of Speed" auf seinem wunderschönen Landsitz wieder
ins Leben.
Kamen zur Premiere vor zehn Jahren immerhin schon 25.000 Besucher, so
wurden gerade jetzt zur zehnten Jubiläumsveranstaltung 158.000
Autoliebhaber gezählt, die vom 11. bis 13, Juli in Chichester ihr
Paradies auf Erden erlebten.
Fast dreihundert Autos wurden für dieses Mega-Event eingeflogen, davon
allein fünfundzwanzig historische Rennwagen mit einem Gesamtwert von 25
Millionen Dollar! Sechshundert Marschalls mussten dafür sorgen, dass die
47.500 Besucher, die mit ihrem eigenen PKW anreisten, auch vernünftig
parken konnten; hätte man alle Fahrzeuge hintereinander aufgereiht, wäre
eine Schlange von 114 Meilen entstanden; allein achthundert Hektar Rasen
mussten nur für dieses Wochenende gemäht und vorbereitet werden.
Natürlich hatten alle befreundeten Autohersteller und Oldtimersammler in
diesem Jahr wirklich alles auf zwei und vier Rädern nach Goodwood
gebracht, von dem man sonst nur träumen kann: das erste Mal seit fünfzig
Jahren ließ Mercedes-Benz seinen legendären W 196 Streamliner wieder in
der Öffentlichkeit vorführen, und zwar mit David Coulthard am Steuer,
ein 300 SLR aus dem Jahre 1955 [...]
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