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Geht nicht gibt's nicht
Mit diesem
Lebensmotto wurde Willi Weber zu einem der erfolgreichsten
Sportmanager. Mit dem fünfmaligen Formel-1-Weltmeister
Michael Schumacher und seinem Bruder Ralf vermarktet er die
Top-Stars im Autorennsport.
Ein
Portrait von Thomas Klocke |
Fotos: Klaus Lorke
Wir treffen Willi Weber an einem
strahlenden Frühlingstag in seinem Stuttgarter Büro. Das elegante
Besprechungszimmer ist dekoriert mit Helmen von Michael und Ralf
Schumacher und mit Vitrinen, die eine Auswahl der insgesamt 350
Merchandising-Artikel der Brüder präsentieren. Und mit einem
original Ferrari-Formel-1-Flitzer. Wie hat man den wohl in die
zweite Etage bekommen? Unmöglich scheint hier nichts zu sein.
Willi Weber begrüßt uns. Der Mann mit dem gepflegten 5-Tage-Bart
als Markenzeichen strahlt in seinem schwarzen Versace-Anzug
spontan die Aura des Erfolgsverwöhnten aus, verbunden mit
aufrichtiger Verbindlichkeit, die die meisten Persönlichkeiten
umgibt, die es aus eigener Kraft an die absolute Spitze geschafft
haben. Man weiß wo man steht, muss es nicht ständig betonen.
Weber vereint in seiner Person scheinbar viele Gegensätze, trotz
Big Business und Formel-1-Zirkus worldwide ist er ein
Familienmensch, er ist seit 39 Jahren mit Heidemarie, 57,
verheiratet und spricht gerne über seine Enkel. Weber liebt Jeans
(immer gebügelt) ebenso wie die feinsten Maßanzüge. Wilhelm
Friedrich Weber ist die Verkörperung des Selfmademans. Geboren am
11. März 1942 in Regensburg als Sohn eines Bankkaufmanns (der
Umgang mit Zahlen wurde ihm sozusagen in die Wiege gelegt),
absolviert er nach der Realschule eine Lehre als Hotelkaufmann.
Doch seine Passion sind Autos, möglichst schnelle dazu.
Er startet sein Unternehmertum mit einem Gebrauchtwagenhandel, hat
mit 24 angeblich die erste Million verdient, verleiht sein Geld
jedoch an einen Pleitegeier und verliert alles wieder. Also
kompletter Neuanfang. Geht nicht, gibt's nicht. In der Gastronomie
betreibt Weber bald 30 Gaststätten und drei Hotels. Er hat sich
wieder nach oben gekämpft; 1983 erfolgt mit Klaus Trella die
Gründung des eigenen Formel-3-Rennstalls WTS (Weber-Team-Stuttgart).
Anfangs mit mäßigem Erfolg, setzt man 1988 mit dem Gewinn der
Deutschen Meisterschaft mit Joachim Winkelhock Akzente und gehört
zu den Großen der deutschen Motorsportszene.
Dann folgt 1988 die Begegnung mit Michael Schumacher. Vor einem
Formel-3-Rennen auf dem Salzburgring fährt die Formel Ford. Ein
Fahrer fällt Weber sofort auf: "Ich habe vorher noch nie einen
Fahrer gesehen, der selbst bei den damaligen Regenbedingungen sein
Fahrzeug permanent am Limit bewegte und in jeder Runde die
gleichen perfekten Drifts hinlegte. Es gibt viele Rennfahrer,
denen gelingt mal eine sensationelle Runde, aber meist auch nur
einmal." Weber bietet dem 19-Jährigen Testfahrten in seinem
Formel-3-Wagen an und schätzt spontan die Offenheit,
Geradlinigkeit und den Ehrgeiz seiner Neuentdeckung. [...]
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