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Chukkers, High-Goals and
Neckshots
Die Faszination des Polosports
Polo gilt als die exklusivste Sportart der Welt. Dies hat seine
Ursache in den hohen Anschaffungskosten der Pferdes. Ein Polopony
zeichnet sich durch ein sehr hohes Beschleunigungsvermögen, Mut,
Kampfkraft und Wendigkeit aus. Die Kosten für ein solches Pferd
betragen zwischen 5000 und 25 000 Dollar, jeder Spieler benötigt
mehrere Pferde.
Sechs Pferde rasen in
fliegendem Galopp über den zugefrorenen St.-Moritz-See. Ihre Hufe
sind mit Spikes versehen, so dass sie Halt und Standfestigkeit auf dem
Eis haben. Bei diesen halsbrecherischen Manövern sollte man meinen, das
einzige Ziel der Reiter sei, sich im Sattel zu halten: weit gefehlt, sie
versuchen, mit ihren eineinhalb Meter langen Schlagstöcken, den so
genannten Mallets, auch noch einen kleinen roten Plastikball über das
Spielfeld zu treiben, schlagen dabei nicht nur seitlich, sondern auch
diagonal unter dem Hals oder mit Tailshots hinter dem Rumpf des Pferdes.
Sie meinen, das ginge nur ohne Körperkontakt wie beim Basketball? Weit
gefehlt, Polo ist ein absoluter Kampfsport, hier wird in vollem Tempo
gecheckt und gerangelt – no doubt about it, Polo ist kein Sport für
Schattenparker und Hemdenbügler!
Bei allem steht die
Sicherheit der Pferde jedoch an oberster Stelle. Und die Ponys,
obgleich vor Schweiß triefend, haben nicht weniger Spaß an der Sache als
die Spieler, gute Polopferde würden dem Ball nämlich auch ohne Reiter
nachjagen. Der genaue Ursprungsort des Polospiels ist noch umstritten,
überliefert ist, dass persische Reiter bereits vor über 2 600 Jahren auf
ihren Pferden kleinen Bällen nachjagten, womit Polo der älteste
Mannschaftssport der Welt ist.
In seinem Wesen hat sich
dieser kampfbetonte Sport bis heute wenig verändert, lediglich die
Regeln, die Trainingsmethoden und die Ausrüstungen sind ständig
weiterentwickelt worden. Von Persien kam das Polospiel nach Indien, wo
diese Sportart noch heute geschätzt und verehrt wird. Die Engländer
kamen erstmals in Ostindien, in Manipur, mit dem so genannten Pulu in
Kontakt, wo die Stammesangehörigen dieses Spiel spielten. Die Briten
waren spontan begeistert, und so fanden fortan regelmäßige Wettkämpfe
zwischen englischen Soldaten und den Indern statt.
Die Popularität führte
1859 zur Gründung des ersten englischen Polo-Clubs in Silchar,
gefolgt vom Calcutta Polo Club, welcher im Jahr 1862 gegründet wurde und
auch heute noch der älteste existierende Polo-Club ist. 1873 gründeten
die Engländer den ersten Club auf ihrer Heimatinsel, den Hurlingham Polo
Club, zugleich der erste Club mit festen Regeln. 1873 erreichte die
Sportart Amerika, wo James Gordon-Bennet den Westchester Polo Club in
Newport ins Leben rief. Die Amerikaner fanden schnell Gefallen an diesem
Spiel. Später entschlossen sie sich dazu, für die Spieler die
Handicap-Regelung einzuführen, worauf 1910 dieses amerikanische System
auch von den Engländern und Indern anerkannt wurde. Englische Ranger
brachten Polo nach Südamerika, wo die neue Sportart vor allem in der
Gegend rund um Buenos Aires spontan viele Anhänger fand. [...]
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